Es ist 17 Uhr und sie tänzeln singend in das Gotteshaus, entfachen vom ersten Moment an ein musikalisches Feuer, das bis zum Abebben des letzten Tones nach zwei Stunden noch richtig brennt. Mal hoch aufschießend wie eine Fanal, dann wieder Herz und Seele erwärmend in berührender Dichte. Es war ein triumphaler Auftritt des Quintetts "The Glory Gospel Singers" aus New York, die fast 300 Besucher in der Basilika genossen ein sängerisches Festival euphorisch und zuweilen in fast anbetender Stille.

Was Phyliss Mc Koy Joubert, die Taktgeberin, Yvonne Rogers, Brian Wright, Tevelle Tipton, André Paris an Gesangskunst a cappella und ganz ohne Technik boten,verdiente höchste Bewunderung, war ganz hoch angesiedelt. Das Quintett beherrschte exzellent alle Nuancen in den Tonlagen, überzeugte vor allem mit wunderschön gelungenen Soli, die von einer großen Virtuosität der einzelnen Interpreten getragen sind. Ob glockenhelles Rufen, echohaftes Spiel in köstlicher Neckerei, oder mit starker Inbrunst chorisch das Kirchenschiff ausfüllend, das Repertoire im Genre Gospel offenbarte den tiefen afrikanischen Ursprung.

McKoy Joubert ließ ihren lyrischen Sopran, leuchtend wie die Lichter im Altarraum, in schier endlosen Schwingungen verhallen - so, als wollte sie einen Rekord brechen. Dabei gab sie dem Klang immer noch die nötige Transparenz.


Tosender Beifall

Tosender Beifall war die logische Konspequenz. Und Countertenor André Paris gelang es problemlos, hoch hinauf zu steigen, um erst im lupenreinen Falsett zu enden. Die Altistin Yvonne Rogers Rogers und die Tenöre Brian Wright und Tevelle Tipton vereinten eine Menge am Samt und Schmelz in ihren Stimmen. Dazu noch David McKoy am Keybord, ein äußerst hörenswertes Ensemble, das schon ein bisschen Gospelgeschichte geschrieben hat, in berühmten Kirchen wie in Orléans oder in Konzerthallen wie das Leipziger Gewandhaus aufgetreten ist.


Freiheitsdrang und Lebensfreude

Man spürte viel von der Magie des Gesangs aus Sklavenzeiten, von dem Schrei nach Gerechtigkeit und Freiheit, aber auch von überschäumender Lebensfreude. Man erlag der Faszination der Stimmen.
Sie hatten es gut gemeint, als sie Leute aus dem Publikum nach vorne holten, um einen fränkisch-amerikanischen Chor zu formen. Die Idee war nicht schlecht, störte aber etwas den begonnenen Trip in die Zauberlandschaft der großen Gefühle. Man war auf eine solche Unterbrechung nicht vorbereitet, wollte lieber das Original hören.

Nähe zum Besucher ist sicherlich ein Anliegen der Gospelggruppe, und die hinterließ beim Publikum während des Solo singenden Schreitens durch den Hauptgang der Kirche bereits Nachhaltigkeit.