Sie heißen "Fossi-Boys" und hören auf die Namen Glotzaugengerch, Spritzfritz und Schuppenschubi. Als Maskottchen der Landesgartenschau 2016 in Bayreuth sollen die drei Figuren, die Fossilien nachempfunden sind, in den kommenden Monaten "die Herzen der Besucher erobern". So heißt es jedenfalls beim Merchandising-Partner, der Kindermarke Sigikid.

Beim Baustellenfest am Wochenende auf dem Gartenschaugelände gab es die Maskottchen bereits als Plüschtiere zu kaufen. Das Fest war definitiv die letzte Gelegenheit für die Öffentlichkeit, das Gelände noch einmal zu betreten. Erst am 22. April wird das wieder möglich sein. Dann wird die Landesgartenschau 2016 in Bayreuth eröffnet. Zum Baustellenfest kamen bereits rund 18 000 Menschen.

Zur Gartenschau selbst erwartet Geschäftsführerin Dagmar Voß 750 000 Besucher. Das wäre dann wohl ein Rekord.

Ein anderer Rekord ist bereits lange vor der Eröffnung erreicht worden: Die Landesgartenschau in Bayreuth ist mit 45 Hektar flächenmäßig die größte, die es je in Bayern gab.


Motto: "Musik für die Augen"

Das Motto heißt "Musik für die Augen". Dazu entsteht in einem Talraum zwischen dem Volksfestplatz und dem Stadtteil St. Johannis auf bisher landwirtschaftlich intensiv genutztem Gelände eine riesige und komplett neue Parkanlage mit dem Namen Wilhelminenaue - benannt nach der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth.

Ihre Visionen und die in ihrer Zeit geschaffenen barocken Grünanlagen und Bauten wie das Unesco-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus, die Eremitage oder das Lustschloss Fantaisie mit dem ersten deutschen Gartenkunstmuseum prägen Stadt und Region und inspirierten auch die Planer der Landesgartenschau bei der Gestaltung des neuen Parks. Entlang des Roten Mains soll der Park eine Brücke zwischen historischer Innenstadt, Hofgarten und Eremitage schlagen und damit einen dauerhaften Grün- und Erholungsraum schaffen. "Die Bayreuther werden noch Jahre und Jahrzehnte von diesem Park profitieren", sagt Geschäftsführer Ulrich Meyer zu Helligen.

Beim Baustellenfest, dem traditionellen Großereignis vor der Eröffnung, bekamen die Besucher einen Tag lang bei freiem Eintritt einen kleinen Vorgeschmack auf das Gartenschaujahr 2016 mit ersten Ausstellungen auf sieben Themengärten, Sport- und Mitmach-Events und dem Beginn des Dauerkarten-Vorverkaufs. An die 300 sollen es gewesen sein, die bereits verkauft wurden, einschließlich der Nummer 1, die an Brigitte Merk-Erbe ging. "Markgräfin Wilhelmine wäre stolz auf diesen Park", sagte die Oberbürgermeisterin und sprach von einer erheblichen Steigerung der Attraktivität Bayreuths.

Kernstück der Landesgartenschau ist deshalb auch die Wilhelminenaue. 45 Hektar groß und in einem Talraum gelegen, unterstützen viele hundert naturnahe Neuanpflanzungen von regionalen Blumen, Gehölzen, Stauden und Bäumen nachhaltig den ökologischen Umbau der Fluss- und Auenlandschaft sowie die Biotopvernetzung. Ziel war es, den neuen Landschaftspark als artenreiches und blühendes Areal zu gestalten.


Flusslauf renaturiert

Mitten drin ist auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern der renaturierte Flusslauf des Roten Mains. Er soll die Entwicklung einer üppigen Wiesen- und Auenvegetation möglich machen Angeblich hat sich bereits der seltene Flussregenpfeifer neu angesiedelt. Entlang des Roten Mains verbindet ein idyllische Uferweg die zahlreiche Attraktionen aus den Bereichen Sport, Spiel und Bildung - vom Forschungsbrunnen bis zum Wasserspielplatz.


Neu: der Hammerstätter See

Eine weitere Hauptattraktion ist der neu angelegte und nach dem angrenzenden Stadtteil benannte Hammerstätter See. Das neu geschaffene Gewässer mit seinen zwei Inseln ist rund zwei Hektar groß und bis zu 2,80 Meter tief. Am Ufer befinden sich Schilffelder, eine Seebühne und ein 670 m langer Rundweg. Weitere Besonderheiten, mit denen die Landesgartenschau bei ihren Besuchern punkten möchten, sind Beachvolleyballfelder, ein Kultur-, ein Garten-, ein Sport- und ein Gourmetkabinett, jede Menge Gastronomie, eine Dirt-Bike-Anlage und viele weitere Attraktionen.

Gesellschafter der Landesgartenschau sind die Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Bayreuth (GEWOG) mit 60 Prozent und die Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH mit 40 Prozent. Geschäftsführer sind Ulrich Meyer zu Helligen von der Stadt Bayreuth und Dagmar Voß von der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen.

Die Schau bedeutet für Bayreuth eine Investition von 10,5 Millionen Euro an Baukosten. Die Durchführung wird noch einmal mit 9,2 Millionen Euro zu Buche schlagen, wobei der Großteil davon durch Einnahmen gedeckt sein soll. Gefördert wird die Landesgartenschau mit 3,6 Millionen Euro vom bayerischen Umweltministerium und mit 100 000 Euro vom Landwirtschaftsministerium.


Daten & Fakten

Zeitraum Die Landesgartenschau findet vom 22. April bis 9. Oktober 2016 statt.

Ausstellungsgelände Die Größe beträgt 45 Hektar, davon nehmen rund zwei Hektar der Hammerstätter Weiher und etwa zwei Kilometer der Rundweg ein.

Ausstellungsbereiche Höhepunkte sind die Wilhelminenaue, der auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern renaturierte Rote Main, wo sich bereits der seltene Flussregenpfeifer wieder angesiedelt hat, der Mainwiesenpfad, der Wasserspielplatz "Fossillilinseln", der neu geschaffene, zwei Hektar große Hammerstätter See, die Auenpromenade, die Bäume der Jahre ab 2009, die entlang der Auenpromenade zu sehen sind als Symbol für die in dieser Zeit in der Stadt geborenen Kinder, das Kulturkabinett, das Gartenkabinett, das Gourmetkabinett, die Dirt-Bike-Anlage, das Sportkabinett, das "Grüne Quartett" (Ausstellungsbeiträge des Gartenbau-Landesverbands, des Forstes, des Landwirtschaftsministeriums sowie der Stadt und des Landkreises Bayreuth), die "Melodie der Natur" (Aussteller wie Universität Bayreuth, Bund Naturschutz, der Bezirksfischereiverband und Imker) und das Panorama-Kabinett.

Junge Landesgartenschau
Eine große Erlebnisfläche mit Outdoor-Schlösschen, Eventbühne, den "Schule im Grünen"-Veranstaltungen oder einem Weidenlabyrinth wird vor allem Kinder und Jugendliche mit täglichen Attraktionen begeistern.

Spielplatz Schöne Aussicht
Ein "Wolkenkuckucksheim" erwartet Groß und Klein auf der anderen Seite der Albrecht-Dürer-Straße: mit begehbaren Vogelhäuschen und weiteren ungewöhnlichen Spielgeräten.

Kosten Die Baukosten bedeuten für die Stadt Bayreuth eine Investition von rund 10,5 Millionen Euro netto. Die Durchführung wird weitere 9,2 Millionen Euro verschlingen, die aber zum Großteil durch Einnahmen gedeckt werden sollen.

Förderung 3,6 Millionen Euro vom Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, 100 000 Euro vom Landwirtschaftsministerium.

Eintrittspreise Die Tageskarte kostet für Erwachsene 16 Euro, für Kinder und Jugendliche drei Euro. Dauerkarten: Erwachsene 100 Euro, Kinder und Jugendliche 25 Euro.