Toto. Nazareth. Status Quo. Deep Purple. Ikonen des Rocks, die Geschichte geschrieben haben. Und die noch immer ein Lächeln zaubern auf den Gesichtern der Menschen, die mit ihren Songs aufgewachsen sind. Noch heute füllen Mitglieder dieser Bands ganze Arenen. Beispielsweise bei "Rock meets Classic" - einer Mega-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dass dieses Event ein voller Erfolg geworden ist, dafür ist ein Untersteinacher mit verantwortlich: Markus Weigel.

Bamberg, Brose-Arena. Die Halle ist ausverkauft. Die Fans klatschen, stampfen, bewegen sich im Takt, als Ian Gillan von Deep Purple mit seiner unnachahmlichen Stimme auf der Bühne steht. Und alle stimmen ein in den Refrain einer der bekanntesten Songs weltweit: "Smoke on the Water, ..."
 


Vielfältige Aufgaben


"Ian ist ein Super-Typ. Total freundlich und locker", schwärmt Markus Weigel.

Denn mit Stars wie Gillan, Rick Parfitt (Status Quo) oder Alice Cooper ist der Untersteinacher auf Du und Du. Monatelang hat der sie begleitet durch halb Europa, täglich mit ihnen zusammengearbeitet. Denn Weigel trägt Verantwortung in der Projekt-Leitung. Er hat vielfältige Aufgaben, auch das Sponsoring. Denn die Kosten für einen einzigen der 19 Auftritte liegen im sechsstelligen Bereich, und das will finanziert sein. Allein über Eintrittserlöse oder Merchandising-Artikel ist das nicht zu machen.

Geht es den Promis gut, sind alle zufrieden, klappt die Technik, läuft der Auftritt nach Plan? Auf dem Untersteinacher lastet eine große Verantwortung.

Und dann der immense Zeitdruck: Schon morgens um 7.30 beginnt der Aufbau. Bis zu 70 Leute sind damit beschäftigt, alles zum Laufen zu bringen. 120 Tonnen an Equipment müssen bewegt werden. Bis zu 50 Musiker stehen gleichzeitig auf der Bühne.

Für sie werden 23 Kilometer Kabel verlegt und 80 Mikrofone aufgestellt.
 


On the road again


Sofort nach dem Auftritt beginnt der Abbau. Alles wird in drei große Lastzüge gepackt und geht nachts um 1 Uhr auf die Reise in die nächste Stadt. Das Bohemian Symphony Orchstra Prag - es sorgt für den klassischen Part - sitzt dann schon im Bus. Fünf Luxuslimousinen befördern die Stars, zwei Nightliner-Schlafbusse den Rest der 100-köpfigen Mannschaft. Am nächsten Tag wiederholt sich das Spiel. An einem neuen Ort. München, Wien, Linz, Zürich, Dresden, Frankfurt - die Mega-Tour führt durch zahlreiche Metropolen in Europa und lockte diesmal über 70 000 Zuschauer.

Doch wie verkraftet man einen solchen Dauerstress mit 70 Stunden Arbeit pro Woche? "Einen Ausgleich finde ich im Sport.

Im Fitness-Studio oder beim Walken." Körperlich leistungsfähig zu sein, ist eine Voraussetzung für den Knochenjob. Das wichtigste Rüstzeug aber ist die Grundeinstellung. Man sollte Perfektionist sein ("Du musst funktionieren wie ein Schweizer Uhrwerk") und sollte diese Art Job lieben. Teamfähig und belastbar sein und ein hohes Maß an Flexibilität besitzen. Und natürlich: Kommunikativ sein.
 


Für die Kirch-Gruppe gearbeitet


Die letztgenannte Eigenschaft war bestimmend für den gesamten beruflichen Werdegang Weigels. Er hat als Journalist für TV-Sender der Kirch-Gruppe gearbeitet. Dann entwickelte er Formate mit wie die "Die Traumhochzeit" oder "Nur die Liebe zählt". Später engagierte er sich bei Dinnershows im Zirkus Roncalli oder bei Star-Koch Eckart Witzigmann. 2013 arbeitete er im Team der Wagner-Festspiele.

Der Umgang mit Künstlern, die ja nicht selten als schwierig gelten, liegt dem 44-jährigen Untersteinacher. Und so war es nur logisch, dass er weiter mit Größen aus dem Musik- und Showbiz zusammenarbeiten wollte.

Das wird auch in Zukunft so sein. Weigel wird wieder als Strippenzieher hinter den Kulissen daran arbeiten, die Rock-meets-Classic-Tournee im nächsten Jahr vorzubereiten. Denn das ist eine Erfolgsgeschichte, ein Dauerbrenner.

Dazwischen gab und gibt es aber noch eine ganze Reihe anderer Engagements. Wie etwa für das Heavy-Metal-Event in Wacken. Oder für das neue Musical "Der kleine Prinz", das im Dezember in Würzburg Deutschlandpremiere feiert.
 


Gianna Nannini auf der Burg?


Markus Weigel ist in der Welt zu Hause. Daheim aber ist er in Untersteinach. Er hängt an seiner Heimat, möchte hier auch einen Beitrag zum kulturellen Leben leisten.

Dazu hat er eine Idee: Ein Open-Air auf der Plassenburg. Beispielsweise mit Gianna Nannini, die er sehr schätzt und bei der diesjährigen Rock-Meets-Classic-Tournee kennen gelernt hat. "Gianna ist eine quirlige, sehr witzige Frau. Die würde doch gut zu Kulmbach passen", meint Markus. Das mag stimmen. Denn die Bierstädter haben eine gewissen Italo-Affinität. Von daher wäre ein Nannini-Auftritt "bello" und gar nicht "incredibile"...