Ganz unbeschadet hat der Radler "Claudius" die Witterung seit der letzten Generalüberholung vor fünf Jahren nicht überstanden. "Ein Bein war morsch, wir mussten also eine Unterschenkelfraktur beheben", berichtete Tanja Betz, Vorsitzende der veranstalteten Naturfreunde, augenzwinkernd.

"Notoperation"


Die zahlreichen Fest-Besucher konnten die "notoperierte" Holzpuppe einmal aus nächster Nähe begutachten. Für gut eineinhalb Stunden stand der beinahe komplett neu eingekleidete Radfahrer (Bürger hatten unter anderem Schlapphut, Schuhe, Trachtenjanker und - hemd zur Verfügung gestellt; lediglich die Lederhose war so gut in Schuss, dass sie nach einer Imprägnierung wieder verwendet werden konnte) zur Begutachtung am Festplatz, bevor ihn Luitpold Dornhöfer, Sebastian Dornhöfer, Roland Tempel und Reinhard Schütz wieder an seinen angestammten Platz brachten. Außerdem befestigten sie die neue Frankenfahne, die die Naturfreunde spendiert hatten.

Böllerschüsse


Nach getaner Arbeit ließ das Quartett zum Zeichen dafür, dass der "Claudius" nun wieder für fünf Jahre über das Tal wacht, Böllerschüsse von den Hängen hallen.
Die "Geburtsstunde" des Radfahrers ist nicht genau bekannt: Erstmals wurde er vermutlich am Pfingstsamstag des Jahres 1905 aufgestellt. Aber auch das Jahr 1900 oder die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts werden in den Überlieferungen der Dorfbewohner immer wieder genannt. Bereits mehrmals musste die Figur ausgetauscht werden; der Corpus der aktuellen Version stammt aus dem Jahr 1997 und wurde von Hans Eichenhüller geschnitzt.

Bald wieder auf Hochrad?


Auch das Gefährt musste immer wieder erneuert werden - zuletzt vor zehn Jahren, als ein Unwetter das Fahrrad zerstörte. Ortssprecher Reinhard Schütz spielt derzeit mit dem Gedanken, wieder ein Hochrad für das Wahrzeichen anzuschaffen, auf dem es in seinen Anfangstagen saß.