Das Besucherbergwerk Kupferberg hat vor genau einem Jahr seine Pforten geöffnet: Inzwischen hat Bergwerksführer Werner Großkop rund 3000 Interessierte durch die Stollen führen können. Damit liegt das Besucherbergwerk - im Vergleich zu den anderen 21 Besucherbergwerken, die unter die Aufsicht des Bergamtes Nordbayern fallen, klar im Mittelfeld und kann eigentlich ganz zufrieden sein.

"Wir haben natürlich solche Ausreißer wie die Teufelshöhle in Pottenstein, die jährlich rund 150 000 Besucher anzieht, und wir haben auch Bergwerke, die ziehen jedes Jahr rund 25 000 Besucher an. Aber es gibt auch Bergwerke, die nur jedes Jahr mit einigen Hundert Besuchern rechnen können", sagt Frank Becker vom Bergamt Nordbayern.


Ziel: Besucherzahlen steigern

"Wir müssen aber natürlich versuchen, die Besucherzahlen noch zu steigern, denn wir haben ja hohe Unkosten für Strom, Heizung, Versicherung und Unterhalt", sagt Heinz Kliesch, der Vorsitzende des Vereins Bergbaumuseum. Bergwerksführer Werner Großkop ist guter Dinge, dass dies gelingen wird und hat schon eine Menge Ideen, wie das Besucherbergwerk Kupferberg weiter attraktiviert werden kann. "Wir wollen barrierefrei werden und haben schon erste Gespräche mit Stiftungen wegen der Finanzierung geführt."


Doch so einfach ist alles nicht, kommentiert das Bergamt. "Der Stollen ist ja sehr schräg, deshalb müssen wir auf doppelte Bremssysteme bestehen. Aber bis jetzt liegt uns noch kein Antrag vor", so Becker.


Und noch eine Neuerung möchte Großkop umsetzen: "Wir wollen für Kinder Tische aufstellen und ihnen zeigen, wie man das Kupfer aus dem Stein gehauen hat und wir wollen oben auf dem Hügel noch eine Schmelze errichten", erklärt Großkop und zeigt auf den großen Platz neben dem Bergbaumuseum.


Thema Kupfergewinnung

"Man kann ja das Kupfer nicht so einfach rausschmelzen. Der Stein muss erst zerpocht, dann geröstet werden. Erst dann lässt sich das Kupfer schmelzen", erklärt Kliesch das Prozedere. Und natürlich braucht man einen Ofen, der Temperaturen von 1000 bis 1200 Grad bringt.

Doch auch hier hat das Bergamt noch ein Wörtchen mitzureden. "Wir wissen von so einer Schmelze bislang noch nichts", sagt Becker.

Generell dreht sich alles im Bergbaumuseum Kupferberg um die Arbeitsbedingungen unter Tage. Deshalb sind auch Figuren aufgebaut: lebensechte Gestalten mit "Arschleder" und Frosch. Beim "Arschleder" handelt es sich tatsächlich um ein Lederstück, das die Bergarbeiter um die Lenden gebunden hatten. "Aber wir müssen bei dieser Figur noch etwas nachbessern. Denn die Bergarbeiter trugen unter dem Arschleder keine Hosen", erklärt Großkop bei der Führung.

Timo Hahn (8), der in den Pfingstferien mit seiner Familie an so einer Führung teilnahm, staunte nicht schlecht, dass die Bergarbeiter früher mit nacktem Po gearbeitet haben.

Und auch die anderen Kinder, die bei der Führung mit von der Partie waren, haben viel erfahren, was sie noch nicht wussten. Lars Konopka (6) untersuchte draußen die Steine und staunte, dass aus den gar nicht ungewöhnlichen Steinen Kupfer gewonnen werden kann.


Gäste sogar aus Kanada

"Ich interessiere mich sehr für den Bergbau, deshalb wollte ich mir den Stollen auch unbedingt anschauen", sagt Uwe Wieteck. Wieteck ist eigens aus Traunstein in Oberbayern gekommen - und er hat seine Kamera mitgebracht, samt Stativ. Denn er möchte die Eindrücke, die er im Kupferberger Stollen gewinnt, unbedingt festhalten.
Überhaupt kommen viele auswärtige Besucher in das Besucherbergwerk Kupferberg. "Wir hatten heute schon eine Familie aus Quebec in Kanada", zieht der Bergwerksführer Bilanz. Wenn er einen Wunsch hätte, dann wäre er, dass auch die Schulklassen dem Bergwerk einen Besuch abstatten würden.

Immer wieder versucht Gastronomiebetreiberin Doris Wimmer zudem, auch die Einheimischen mit Aktionen für das Besucherbergwerk neu zu begeistern. Zum Beispiel mit einem Zechenabend. Der nächste Zechenabend mit Gegrilltem, Salaten, wärmenden Suppen oder kühlendem Gazpacho (je nach Wetter) und dem dunklen Zechenbier findet am 3. Juni ab 18 Uhr statt.

Öffnungszeiten Das Kupferberger Bergbaumuseum ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Führungen finden jeweils um 11 Uhr, um 14 Uhr und um 15.30 Uhr statt oder nach Voranmeldung.