Die erste Etappe führte Reiner Meisel aus Marktleugast von Eger bis Thiersheim (25,5 Kilometer). Der zweite Abschnitt verlief bis Zell am Fuß des Waldsteins (30,2 Kilometer) und der dritte bis zur Marienwallfahrtskirche in Marienweiher (19,5). Jörg Schmidt vom Pilgerbüro Marienweiher hatte wieder alles prächtig organisiert. Zum Auftakt übergab er im Namen der Basilika-Freunde ein eigens angefertigtes Wallfahrtsbild mit den Abbildungen der beiden Motive auf der Egerer Fahne und in der Basilika sind. Diese Fahne ist heuer 150 Jahre alt geworden.

Pater Polak lenkte den Weg der Pilgergruppe in Eger an zwei soziale Brennpunkte der Stadt, getreu den Worten des Papstes Franziskus: "An die Ränder gehen!" Er führte sie in einen riesigen Plattenbau aus den siebziger Jahren in der Halkovastraße, wo fast hundert Kinder mit ihren Eltern leben. Der Pater schilderte die Situation der Bewohner mit ihren Sorgen und Nöten, was alle nachdenklich stimmte.

Weiter ging es über St. Anna, Grünberg und Buchbrunnen zur Forellenmühle, wo eine Rast eingelegt wurde. Vor der Fatimakapelle fand eine Andacht statt, um wenige Meter weiter in Steinhaus einzukehren. Über Steinhaus und Neuenreuth kam Thiersheim in Sicht, wo Pater Polak mit Diakon Plötz in der Kirche einen Gottesdienst hielt. Nach der Quartierverteilung trafen sich alle zum Abendessen.

Am Samstag ging es bereits um 8 Uhr weiter, über Braunersgrün, Stemmasgrün und Oberwoltersgrün erreichten die Pilger Rauschensteig. Hier wurde - wie alle Jahre - an der Friedensglocke eine Andacht gehalten. Mittags machten die Gläubigen in Röslau Rast. Über den Egerwasserfall und Grub wurde dann Weißenstadt erreicht. Nach dem Anstieg zum Waldsteingipfel und Waldsteinhaus ging es bergab nach Zell zur Andacht an der Saalequelle. An allen Tagen stand ein Begleitfahrzeug parat, um die Pilger mit Essen und Getränken zu versorgen und das Gepäck zu transportieren.

Am Sonntag nahmen die Wallfahrer nach dem Morgengebet die letzte Etappe zum Marienwallfahrtsort unter die Sohlen. Bei Haidberg wurde die Wasserscheide Rhein/Elbe überquert und nach Grossenau Mödlenreuth erreicht, wo sich allen stärkten. Über Bucheckmühle und Tennersreuth wurde Stammbach durchquert, um mit dem von der Familie Pezold gereichten Wasser und Brot in Roth Rast zu machen. Nach dem gemeinsamen Gebet am Rother Kreuz schwenkten die Christen zu den Klängen des Musikvereins Marktleugast auf den alten Wallfahrtsweg nach Steinbach ein. Die Wallfahrer hielten nochmals am Steinbacher Kreuz inne, um kurz vor 16 Uhr Marienweiher zu erreichen. Am Fuße der Basilika wurden sie von Pater Adrian abgeholt, um in das Gotteshaus einzuziehen.


"Ein Zeichen des Glaubens"

Alle nahmen mit weiteren Gläubigen am Abschlussgottesdienst teil. "Die Wallfahrt ist ein Zeichen des Glaubens. Ich freue mich, dass so viele auch bei der fünften Wiederauflage in diesem Jahr die Einladung zur traditionellen Egerer Wallfahrt angenommen haben", sagte Pater Adrian. Er ging noch kurz auf den Weg von Eger zur tschechisch-deutschen Grenze ein, dessen Begehung vor nicht einmal 26 Jahren noch undenkbar gewesen sei.
Mit einer gemeinsamen Einkehr ließen die Wallfahrer die Veranstaltung ausklingen.