Er hatte sich einen schwungvollen Handel mit Marihuana aufgebaut, doch am Ende war das Ganze eine Nullnummer. Nicht nur, dass die Abnehmer meist gute Freunde waren und der wegen Drogenhandels angeklagte 18-jährige Azubi aus Kulmbach deshalb nur einen ganz geringen Gewinn bei seinen Geschäften erzielte. Wegen des Drogenhandels, teilweise in nicht geringer Menge und in mehreren Fällen, wurde der Mann am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt.
Dabei hatte der Auszubildende noch Glück, denn zwei der ursprünglich angeklagten Fälle konnten ihm nicht nachgewiesen werden, und so wurden sie kurzerhand eingestellt. Übrig blieben deshalb statt der ursprünglich angeklagten 530 Gramm nur rund 360 Gramm.
"Das war ein großer Fehler", sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe sich damals trotz seiner Ausbildungsvergütung in erheblichen Geldnöten befunden. Sämtliche Ersparnisse seien schon weg gewesen. Da habe es gut gepasst, dass er über einen Bekannten an Marihuana kam und er die Droge gewinnbringend in seinem damaligen Freundeskreis weiterverkaufen konnte.


Übergabe am Baggersee

"Ich habe mich damals selbst gewundert, wie schnell das ging", sagte er. Die Übergaben hätten meist in der Wohnung, einmal an einem Baggersee bei Bindlach nahe Bayreuth, einmal in der Innenstadt von Bayreuth stattgefunden. Das alles habe im September 2016 begonnen und sei ungefähr zehn Wochen lang gutgegangen. Bis ihn die Polizei am 25. November 2016 kontrollierte und in seinem Rucksack 17 Gramm Marihuana und zwei Gramm Haschisch entdeckte.
Knapp 2000 Euro, alles Einnahmen aus Drogengeschäfte, stellten die Beamten neben den üblichen Drogenutensilien daraufhin bei einer Durchsuchung in der Wohnung sicher. Danach hörte der junge Mann, der selbst zumindest während der Tatzeit nicht konsumierte, sofort mit den Drogengeschäften auf. "Das hat sowieso nichts gebracht, das Ganze", stellte er jetzt vor Gericht ernüchternd fest. Tatsächlich hatte er zu einem Grammpreis von 10,50 bis zwölf Euro eingekauft und zu einem Grammpreis von 12,50 bis 13 Euro weiterverkauft. Echte Dealer haben andere Gewinnspannen.


Drogenverkäufer war erst 17

Für Staunen sorgte die Tatsache, dass der Dealer, von dem der Angeklagte das Marihuana bezogen hatte, tatsächlich erst 17 Jahre alt ist. Der Schüler wohnt im Landkreis Bayreuth und wartet derzeit noch auf seinen Prozess wegen dieser Angelegenheit. Der Beamte von der Kripo in Bayreuth bestätigte dem Gericht, dass der Angeklagte alle seine Abnehmer preisgegeben und damit in ganz wesentlichen Punkten zur Aufklärung beigetragen hatte.
Neben der Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monate muss der Angeklagte zusätzlich 65 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, vorbeugend mehrere Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen und er bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.