"Die Firma Mario Münch Energie ist die bodenständige Antwort auf Google, Apple und Microsoft - aber aus Oberfranken", sagte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann beim Besuch des Staatssekretärs am Montagabend. Derzeit kann das junge Unternehmen einen Umsatz von 30 Millionen Euro im Jahr vorweisen. 60 Mitarbeiter beschäftigt Münch Energie derzeit, Tendenz steigend.
"Wichtig ist, dass ein Unternehmer aus eigener Kraft etwas auf die Beine stellt", zollte der Staatssekretär dem neuerdings in Rugendorf ansässigen Unternehmer größten Respekt. "Es kann so nicht weitergehen, dass wir in einem Jahr so viele fossile Brennstoffe verbrennen wie in 300 Millionen Jahren entstanden sind", mahnte Füracker. Und der Staatssekretär hatte auch gegen die Gegner eine kleine Spitze: "Erst wollten wir den Atomausstieg, dann wollen wir nicht verspargelt werden, dann nicht durch Photovoltaik verspiegelt und natürlich auch nicht vermaist - wegen der Biogasanlagen", so der Staatssekretär.
Nach einer Betriebsführung zollte der Staatssekretär dem Unternehmen großen Respekt - nicht nur für die Konzeption der Firma, sondern auch für die Anlage: für den Marktplatz, der eine Begegnungsstätte ist, für das Wirtshaus im fränkischen Stil. Mario Münch sei ein Beweis dafür, dass Bayern nicht nur München, Ingolstadt und Regensburg ist, sondern auch andere interessante Wirtschaftsstandorte zu bieten hat - Rugendorf beispielsweise.
Mario Münch selbst stellte sein Unternehmenskonzept vor: "Wir haben in Oberfranken die zweithöchste Energiedichte Europas, wenn wir es schaffen, günstig Energie zu erzeugen, sichert das Arbeitsplätze. Und der Vorteil, den wir haben, ist der - bei uns kostet das Land fast nichts", so Münch. Er hofft, ein Umdenken anregen zu können. Denn wenn das passieren würde, könnte Oberfranken zum begehrtesten Industriestandort der Nation werden.
Und die Vision geht noch weiter. Denn der selbst genutzte Strom kann jederzeit in Wärme umgewandelt werden. Man würde das Heizöl nicht mehr zum herkömmlichen Preis von 75 bis 90 Cent kaufen, sondern die gleiche Wärme für fünf Cent bekommen - später sogar für noch weniger. Und dann gibt es noch das Thema Elektromobilität.
Münch selbst fährt einen Tesla - ein Auto, das zwar knapp 100 000 Euro kostet, aber eine Reichweite von 500 Kilometern hat. "Von jetzt an in hundert Wochen beginnt die Zukunft, dann werden auch kleine Fahrzeuge auf dem Markt sein, die billiger als die jetzigen Elektroautos sind und die eine Konkurrenz sein können - auch mit höheren Reichweiten", so Münch.
Seine Vision ist es, dass viele Menschen mit Elektroautos unterwegs sind. Sie fahren morgens zur Arbeit, tanken ihre Fahrzeuge dann kostenlos in den Carports der Firmen mit Sonnenenergie voll. Und mit voller Batterie kutschieren die Mitarbeiter dann nach Hause zurück und können die mitgebrachte Energie auch abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint, zum Heizen oder eben als Strom nutzen.
Die Vorrichtungen für diese Vision sind in Rugendorf schon vorhanden. Und ein Mitarbeiter lebt die Vision schon. "Weitere werden folgen", so Münch.
Als Höhepunkt präsentierte Mario Münch bei der offiziellen Firmeneröffnung die neuesten Tesla-Modelle zum Probefahren. Die Männer standen Schlange, waren begeistert von den tollen Gefährten.
Zum Abschluss der Veranstaltung trug sich der Staatssekretär ins Goldene Buch der Gemeinde Rugendorf ein. Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete Mario Münch als "Sahnehäubchen der Energiepolitik in Oberfranken" und lobte den Landkreis Kulmbach als Vorreiterlandkreis. Denn schon 1998 wurde die Energieagentur Oberfranken gegründet.