Öffentliche Haushalte sind schwere Kost. Wer von wem wann und unter welchen Voraussetzungen Geld bekommt und wofür, ist eine komplizierte Angelegenheit, mit der sich in erster Linie die Politik und die Kämmerer herumschlagen müssen. Schlüsselzuweisungen, Steuerkraft, Kreis- und Bezirksumlage - als Normalbürger muss mich das nicht interessieren, oder?

Doch, das sollte es! Was in den politischen Gremien entschieden wird, wirkt sich nämlich unmittelbar auf unseren Alltag aus. Besonders schnell spüren wir die Konsequenzen auf kommunaler Ebene.

Beispiel Kreisumlage: Ob eine Gemeinde ein Prozent mehr oder weniger abführen muss, kann ausschlaggebend dafür sein, ob der Gemeinderat wichtige Maßnahmen finanzieren kann oder den Rotstift ansetzen muss. Jeder Euro kann halt nur einmal ausgegeben werden.

Kosten werden gerne vom Bund über den Freistaat nach unten durchgereicht: Der Gesetzgeber beschließt Leistungen, zum Beispiel im Sozialhilfebereich, und der Landkreis muss sie bezahlen. Erstattungen gibt's nur in geringem Umfang oder gar nicht. Das ärgert nicht nur die Kulmbacher Kreisräte.

Doch es hilft alles nichts: Nachdem der Landkreis kaum eigene (Steuer-)Einnahmen hat, muss er bei seinen Kommunen die Hand aufhalten oder eine Neuverschuldung in Kauf nehmen. Der Haushaltsentwurf sieht Letzteres vor und enthält auch noch eine Reihe freiwilliger Leistungen, um beispielsweise kulturelle und sportliche Einrichtungen zu stärken und den Gemeinden Luft zum Atmen zu lassen. Sie haben ja auch Aufgaben, die erfüllt werden müssen: Straßen, Wasserversorgung, Kanalisation, Schule und Freibad in Schuss halten, Vereine fördern und örtliche Projekte unterstützen...

Die Spielräume dafür werden immer kleiner, und so hängt die Lebensqualität in unseren Gemeinden letztlich auch davon ab, wie geschickt unsere Politiker mit den vorhandenen Budgets umgehen. Im Landkreis ist für 2016 der Spagat zwischen notwendig und wünschenswert gelungen.