"Es gab vor allem denkmalpflegerische Vorgaben zu beachten", betont Zimmerermeister Michael Marx aus Willmersreuth, der die Arbeiten durchführt. Nicht einfach gewesen sei die Demontage der Turmkugel und des Kreuzes, die aus luftiger Höhe per Hand zu Boden gebracht werden mussten.
Tatkräftig unterstützt wurden die Zimmerleute dabei von den Mitgliedern der Kirchenverwaltung, Norbert Erhard und Gregor Will. Die Arbeiten wurden auch von zahlreichen Motschenbacher Bürgern verfolgt, die gespannt darauf waren, welche Dokumente die Kapsel in der Kugel wohl enthält. Leichte Enttäuschung herrschte aber, als festgestellt wurde, dass diese Beigaben nicht seit Jahrhunderten in der Kugel ruhten, sondern das Datum vom 6. Juni 1963, dem Todestag von Papst Johannes XXXIII. trugen. Zu diesem Zeitpunkt vor fast 50 Jahren waren nämlich der Turm restauriert und die Dokumente ausgetauscht worden.
Die Zeitkapsel enthielt unter anderem einen Zeitungsausschnitt und einen Brief des Motschenbacher Pfarrers Paul Schuberth, der die damaligen örtlichen Verhältnisse schilderte. Obwohl das Kreuz stark beschädigt war und die Kugel zahlreiche Einschusslöcher aufwies, beschloss man, diese historischen Zeitzeugen der Nachwelt zu erhalten und zu renovieren.
Ein herzliches Dankeschön sagen die Kirchenstiftung Motschenbach und alle Bürger der Erzdiözese Bamberg, der Oberfrankenstiftung, dem Landesamt für Denkmalpflege dem Landkreis und dem Markt Mainleus für die Unterstützung zum Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes. "Ohne die Fördermittel wäre diese Renovierung nicht möglich gewesen", so Kirchenpflegerin Hildegard Nikol.