In Presseck wird seit einiger Zeit ein Energie-Coaching durchgeführt. Dabei werden die Immobilien der Marktgemeinde eingehend in Augenschein genommen und auf mögliche energetische Einsparungen und Verbesserungen hin analysiert. Die Energieagentur Nordbayern führt solche Untersuchungen und Beratungen kostenlos durch - nicht nur für Kommunen, sondern auch für Privatleute. Deshalb hatte Bürgermeister Siegfried Beyer nun Jürgen Ramming von der Agentur mit Sitz in Kulmbach eingeladen, nach der Bürgerversammlung am Donnerstag in die Möglichkeiten von Sanierungen und die diversen Zuschuss-Programme einzuführen.


Handlungsbedarf

Was Presseck betrifft: Der 200-KW-Kessel der Gasheizung in der Schule ist defekt, und auch der zweite Kessel (500 KW) bringt seine volle Leistung nicht mehr. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf," sagte Beyer. Im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms KIP (hier stehen aktuell 8,8 Millionen Euro im ganzen Landkreis zur Verfügung) habe man gehofft, hierfür Zuschüsse zu bekommen. Beantragt habe man Zuwendungen für die Schule und das Rathaus. Die Schule sei aber "nicht dabei," habe er dieser Tage aus dem Landratsamt erfahren, die energetische Sanierung des Rathauses sei aber "mit drin." Dennoch bleibe die Heizung heuer eine Pflichtaufgabe.

Ebenso würden dieses Jahr die Fabrikstraße erneuert und das Internet ausgebaut. Für beides gebe es bereits Zuschussbescheide; die Straßenbauarbeiten würden jetzt ausgeschrieben, der Vertrag für das schnelle Internet in den Außenorten sei bereits unterschrieben. Ebenso müsse der Bauhof erweitert werden, auch brauche man dort ein zweites Silo für Streusalz.


Marktplatz: Planung beginnt

Wegen der Verbesserung des Kernwegenetzes (nur für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr) arbeite man mit den Nachbargemeinden Marktleugast und Grafengehaig bereits zusammen, da kommunenübergreifende Projekte besser gefördert würden. Und man würde in diesem Jahr auch mit der Planung für die Marktplatz-Sanierung beginnen, kündigte Bürgermeister Siegfried Beyer an.

Außerdem habe man jetzt einen Arbeitskreis im Rathaus gegründet, um freie Pressecker Immobilien und Bauplätze anzubieten. Hier würde man auch auf das Netzwerk der Oberlandbank zurückgreifen können, denn das Angebot solle ja vor allem überregional bekannt werden.


Schulden mehr als halbiert

Seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2008, so Beyer, habe Presseck die Schulden mehr als halbiert. Anfangs sei man in einer schwierigen Situation gewesen, denn selbst für bezuschussungswürdige Vorhaben "haben wir nicht einmal Geld für den notwendigen gemeindlichen Eigenanteil gehabt". Die Situation habe sich ab 2013 allerdings mit der Gewährung von Stabilisierungsbeihilfen aus Landesmitteln geändert. Presseck bekomme nun im Jahr jeweils 200 000 Euro, also bisher 600 000, und weitere 400 000 Euro in den nächsten beiden Jahren. Mit einer eigenen Tilgung von bis jetzt insgesamt 535 000 Euro betrage der Schuldenstand augenblicklich noch 973 000 Euro.


Viel investiert

Gleichzeitig habe die Gemeinde auch investiert: in zwei Fahrzeuge für die Feuerwehren sowie eine leistungsfähigere Rettungsschere; in die digitale Funkalarmierung der Feuerwehr, sodass man nun aus jeder Ecke des Gemeindegebiets zu Hilfe gerufen werden könne; in den Kindergarten, für den 330 000 Euro als Eigenanteil angefallen seien.

Außerdem sei die Straße Elbersreth - Wustuben saniert worden, und das ehemalige Lehrerhaus habe ein neues Dach bekommen. Auch werde das alte Rathaus saniert, denn man wolle ja die Diakonie am Ort halten, die sich dort eingemietet habe.

Als Anregung "und Aufgabe" nahm Beyer zwei Anregungen von Zuhörern mit. Zum einen soll in Heinersreuth eine kleine Dorferneuerung durchgeführt werden, weil insbesondere die Straßen miserabel seien. Hier würde in nächster Zeit ein Treffen mit den Heinersreuthern stattfinden, sagte der Bürgermeister zu. Zum anderen gab es Beschwerden über einen Straßeneinbau zur Geschwindigkeitsreduzierung bei der Papiermühle, die mittlerweile selbst zu einer Gefahr geworden sein soll. Damit befasse man sich nach dem Winter, versprach Beyer.
Umfangreiche Informationen zu energetischen Sanierungen und möglichen Zuschüssen gab abschließend Jürgen Ramming von der Energieagentur. Er splittete auf, in welche Kategorien Häuser unterschiedlicher energetischer Standards eingeordnet würden, und welche Zuschüsse für welche Veränderungen und Verbesserungen möglich wären. Da jedes Vorhaben individuell gelagert sei, empfahl er, am besten eine individuelle Beratung zu vereinbaren.