Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 sind aus Marktschorgast, Pulst, Pöllitz, Ziegenburg und Rohrersreuth 36 Männer gefallen. 13 wurden als vermisst erklärt, sechs sind an den Folgen des Krieges gestorben. Im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 beklagte die Gemeinde 111 Opfer, acht sind an den Kriegsfolgen gestorben. 37 Männer wurden als vermisst erklärt.

Die Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten wird in Marktschorgast hoch gehalten. "Es war eine ehrenvolle, aber gleichzeitig diffizile Aufgabe, die vielen Namen am Denkmal akkurat nachzumalen", sagt Experte Franz Gimpl, der an der Gedenkstätte auf dem Kapellenberg ehrenamtlich gearbeitet hat. Er weist auch darauf hin, dass Altbürgermeister Josef Kofer der Bitte von Bürgermeister Hans Tischhöfer gerne entsprochen und zur Ehre seines bereits im Jahr 1941 gefallenen Taufpaten seinen Teil dazu beigetragen habe, dass die in Granitgestein gemeißelten Schriftzüge wieder lesbar geworden seien.

Auch für Reinhold Müller stand es außer Frage, dabei behilflich zu sein. Er hab einen Vermissten zu beklagen: Sein Bruder wurde im Alter von 16 Jahren zum Wehrdienst eingezogen und ist seitdem verschwunden.
Bürgermeister Hans Tischhöfer ist stolz auf die "Künstler" und dankte ihnen für ihre ehrenamtliche Arbeit, die sie mit viel Hingabe rechtzeitig zum Volkstrauertag abgeschlossen haben.

In Marktschorgast findet die Gedenkfeier zum "Tag der Opfer des Krieges" bereits am Samstagabend, 17. November, statt. Alle Bürger sind eingeladen zum ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr in der evangelischen Kirche. Danach ziehen die Teilnehmer in einem Schweigemarsch zum Gefallenenehrenmal, das in zwei Bauabschnitten erstellt wurde.

Auf der Ehrentafel der Gedenkstätte ist zu lesen: "Seinen getreuen Söhnen, die im Weltkrieg 1914 - 1918 starben, zum Gedächtnis. Der dankbare Markt Marktschorgast. Errichtet 1936. Erweitert 1959 für die Opfer des 2. Weltkrieges."