Die Eigenheiten "ihrer" drei Landräte möchte Doris Riedel nicht verraten. Obwohl sie diese genau kennt, denn über 30 Jahre war sie die Sekretärin von Kurt Held (bereits verstorben), Herbert Hofmann, dem jetzigen Landrat Klaus Peter Söllner und der jeweiligen Stellvertreter. Gestern wurde sie feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete sie als "guten Geist im Vorzimmer" und dankte ihr für ihren außergewöhnlichen Einsatz, ihre Hilfsbereitschaft und Loyalität.


Kommunalwahl-Krimi

Die Sekretärin war quasi für jeden, ob Bürger, Vereinsvorsitzenden oder Behördenvertreter die erste Ansprechpartnerin im Landratsamt. Auch besonders komplizierte Fälle, die sonst im Haus nicht bearbeitet werden konnten, landeten auf ihrem Schreibtisch. Riedel entschied dann je nach Dringlichkeit und Belastung des Landrats, wann die Anliegen erledigt werden sollten.

Das ist oft auch anstrengend gewesen, doch Riedel ließ die Anspannung niemanden spüren. "Auch in hektischen Zeiten war Doris Riedel immer freundlich", lobte Söllner.

Riedel verriet, dass für sie die Kommunalwahlen immer besonders spannend waren. "Ich wusste ja nicht, ob ich dann in eine andere Abteilung versetzt werde, wenn ein neuer Landrat kommt", erklärte sie. Den Anfang machte Altlandrat Kurt Held. Riedel erinnert sich noch gut an die Zeit, als Held sie als "Madla" bezeichnete. Damals war sie noch sehr jung und neu im Landratsamt.


Immer im Einsatz

Ein Betriebsausflug blieb ihr besonders in Erinnerung. In einer Gaststätte wurde getanzt und gefeiert. Irgendwann kam Held zu ihr und bat: "Madla, könntest du mir noch was schreiben?" Eine Schreibmaschine wurde auf dem Fest organisiert und Riedel tippte - die Rede für die damalige Veranstaltung. "Er brauchte immer ein bisschen Show", verriet sie.

Was bei Riedel die Landräte waren, sind bei Christine Roßberg die Kinder gewesen. Ob Wechselsprung, Hampelmann oder Hüpfen auf einem Bein - Christine Roßberg machte bei den Einschulungsuntersuchungen den Kindern alle Übungen vor. Die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes wurde gestern ebenfalls feierlich verabschiedet. Roßberg ist Kinderärztin und kümmerte sich im Gesundheitsamt zu Beginn ihrer Dienstzeit in den 80er Jahren insbesondere um die Mütterberatung. Zusammen mit zwei weiteren Frauen hat sie in einem Notfall einmal einen Säugling übernommen und versorgt.

Auch als Amtsärztin war sie tätig. Im Jahre 2008 erhielt Roßberg die silberne Bürgermedaille der Stadt Kulmbach für ihr ehrenamtliches Engagement. Zwei Wahlperioden war sie Mitglied im Stadtrat.
Zudem ist sie Dozentin an der Schule für Heilerziehungspflege in Himmelkron und bearbeitet im öffentlichen Interesse Gutachten für das Sozialgericht, die Arbeitsverwaltung und die landwirtschaftliche Alterskasse. Auch während ihres Ruhestandes möchte Roßberg weiterhin ärztlich tätig sein.