"Riesig stolz" war Jürgen Ziegler, Leiter der Landkreisjugendarbeit und Geschäftsführer des Kreisjugendrings, gestern. Unter 904 Teilnehmern aus ganz Deutschland hatte sich das Projekt Zukunftswerkstätten unter die ersten 10 geschoben.

"Wir sind die einzige Jugendorganisation aus ganz Bayern, der das gelungen ist", freute er sich, während er schon unterwegs zur Preisübergabe in Berlin war. "Wir haben hier eine Jugendarbeit, die sich sehen lassen kann, punktgenau. Damit liefern wir Analysen, die jede Gemeinde nutzen und die Ideen umsetzen kann."

Da es sich nur um ein regional begrenztes Projekt handele, sei man um so stolzer, dass man damit soweit gekommen sei. Auf unterschiedlichste Weise war die Werbetrommel für die Zukunftswerkstätten gerührt worden: Egal ob Zeitungsberichte, eine eigene Facebookseite oder Plakate - überall wurden die Leser aufgefordert, für das Kulmbacher Projekt beim Online-Voting des Deutschen Engagementpreises zu stimmen. "Es wurde damals einiges losgetreten", erzählt Melanie Dippold, Kreisjugendpflegerin des Landkreises Kulmbach.

Und das mit Erfolg: Das Projekt "Zukunftswerkstätten - Jugend im Landkreis Kulmbach" landet im Online-Voting auf Platz 8 von 904. 1492 Stimmen bekommt das Projekt in dem sechswöchigen Online-Voting, in dem über den Publikumspreis 2016 abgestimmt wurde. "Das ist wirklich sehr, sehr gut. Vor allem, wenn man sieht, dass der sechste Platz gerade einmal knapp 2000 Stimmen hat", erklärt Artemis Toebs, Pressereferentin beim Deutschen Engagementpreis.


Größerer Abstand

Die Top 3 haben einen größeren Abstand. "Diese Projekte bewegen sich zwischen 4000 und 5000 Stimmen", meint Toebs. In fünf weiteren Kategorien hat eine Jury jeweils einen Gewinner ausgewählt. Dotiert sind diese Preise mit 5000 Euro (siehe Infokasten). Der Deutsche Engagementpreis, der seit 2009 verliehen wird, soll die Anerkennung von freiwilligem Engagement stärken und den Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft würdigen. Träger ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit.

Zum internationalen Tag des Ehrenamts wurden die Gewinner und Gewinnerinnen in Berlin im Rahmen einer Preisverleihung ausgezeichnet. Jürgen Ziegler, Leiter der Landkreisjugendarbeit und Geschäftsführer des Kreisjugendrings, machte sich am Montagmorgen selbst auf den Weg nach Berlin. Und dafür gibt es auch einen guten Grund: Das Kulmbacher Projekt ist mit seinem Platz 8 unter den Top 30. Und dafür gibt es dieses Jahr einen Preis: ein Engagement-Workshop im Frühjahr 2017 zu Themen der Öffentlichkeitsarbeit und Anerkennung von freiwilligem Engagement.

Das Projekt Zukunftswerkstätten war auf oberfränkischer und bayerischer Ebene schon ausgezeichnet worden. Bisher wurden seit November 2013 Zukunftswerkstätten in Stadtsteinach mit Rugendorf, in Marktschorgast, in Marktleugast mit Grafengehaig, in Thurnau und in Neuenmarkt mit Wirsberg durchgeführt.

Die Preisträger
Der Publikumspreis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, geht an Marisa Schroth aus Baden-Württemberg für ihr Engagement bei der Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Govinda e.V.

In der Kategorie "Chancen schaffen" wird der Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. mit der SchlaU-Schule aus München geehrt, der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu einem Schulabschluss verhilft.
Der Sieger der Kategorie "Leben bewahren" ist Dunkelziffer e. V. aus Hamburg, ein Verein, der sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern engagiert. Preisträger der Kategorie "Generationen verbinden" ist die Dörpschaft Witzin e. V., die sich für eine lebendige Dorfgemeinschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt.

Über den Preis in der Kategorie "Grenzen überwinden" freut sich die Stadtteiloper aus dem "Zukunftslabor" - einer Initiative der Kammerphilharmonie Bremen. Den Preis in der Kategorie "Demokratie stärken" gewann "Jugend hackt" der Berliner Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org. red