Es ist gerade mal halb vier, und schon machen sich die Streber unter den Sängern startklar fürs frühmorgendliche Konzert. Dass ich gerne noch zwei bis drei Stündchen schlafen würde, ist ihnen schnurzpiepegal.

Der Gartenrotschwanz ist um diese Zeit bereits topfit und beginnt mit einem Solo. Singdrossel, Amsel und Rotkehlchen stimmen eine Viertelstunde später in den Kanon ein. Je näher der Sonnenaufgang rückt, desto bunter und voluminöser wird der Zwitscher-Chor. Seit ein paar Tagen ist auch der Kuckuck dabei, ebenso Meisen, Buchfink, Zilpzalp und Familie Sperling - es zirpt, tschilpt, pfeift, zwitschert, tiriliert und jubiliert an allen Ecken.

Die einzige bekennende Schlafmütze ist der Star. Er erwacht erst mit der Sonne, doch dafür ist ihm dann die Aufmerksamkeit aller gewiss. Schließlich ist er das Allround-Talent, der Stimmen- und Geräuschimitator, der den Gesang anderer Vögel ebenso nachahmt wie Laute aus der Umgebung - gerne auch mal eine Autohupe oder das Knattern eines Motorrads, wenn ihm gerade danach ist.

Übrigens - entgegen anderslautender Gerüchte: Es sind fast ausschließlich die Männchen, die in aller Herrgottsfrühe den Schnabel soweit aufreißen, um ihr Revier abzugrenzen und Weibchen anzulocken. Schmeicheln, rumsülzen, anbaggern - das funktioniert auch in der Vogelwelt.