Wie es zur bakteriellen Verunreinigung des Trinkwassers im Leitungsnetz des Zweckverbands der Sanspareilgruppe kommen konnte? Ein Frage, die Wasserwart Harald Maisel seit Wochen beschäftigt. Akribisch wurde Ursachenforschung betrieben. Arbeitstage mit 12 bis 14 Stunden waren für ihn keine Seltenheit. Es sei die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, so der Wasserwart.

Hochbehälter wurden gereinigt und desinfiziert, der Sensor und die Röhren in der UV-Anlage in der Wasseraufbereitungsanlage bei der Schlötzmühle erneuert. Lecks in den Leitungen, durch die Stoffe aus der Landwirtschaft in das Wasser hätten gelangen können, die wiederum für die Verunreinigung verantwortlich sein könnten, wurden nicht entdeckt.


Eine Leitung war versandet

Eine mögliche Ursache für die Verunreinigung mit coliformen Bakterien sieht Maisel im Fall des Hochbehälters Gelbsreuth darin, dass eine von zwei Leitungen, die von der Schlötzmühle dorthin führen, "möglicherweise abgeschnürt wurde, weil sie versandet war". Die Leitung sei inzwischen gereinigt worden, so der Wasserwart.
Nachdem die coliformen Bakterien Mitte Oktober bei Proben entdeckt worden waren, galt in Haushalten in Wonsees, Thurnau und Hollfeld, die Wasser von der Sanspareilgruppe beziehen, zunächst eine Abkochanordnung. Danach wurde dem Wasser - in Absprache mit dem Gesundheitsamt - Chlor zugesetzt, das die Bakterien abtötet.

Mit dem Chlor können sich viele Bewohner allerdings nicht anfreunden. Sie klagen über einen unangenehmen Geruch. Ob sich ihre Hoffnung, dass bald wieder ungechlortes Wasser aus dem Hahn kommt, erfüllen wird? Am Mittwoch wurde in Absprache mit dem Gesundheitsamt ein Testversuch gestartet. In das Leitungsnetz, über das die Orte Fernreuth, Gelbsreuth, Großen- und Kleinhül (Markt Wonsees), Leesau, Tannfeld und Lochau (Markt Thurnau) sowie Fernreuth (Stadt Hollfeld) versorgt werden, wurde wieder Wasser ohne Chlorzusatz gepumpt.


Der Test vor dem Testversuch

"In einer Kammer in Gelbsreuth haben wir das vorab schon mal getestet. Das Wasser war nicht zu beanstanden", erklärt der Wasserwart. Maisel hofft wie der Vorsitzende des Zweckverbands, Günther Pfändner, dass keine coliformen Bakterien mehr entdeckt werden.

Dass engmaschige Kontrollen des Trinkwassers vorgenommen werden, betont Hygienesachbearbeiter Ralf Queck vom staatlichen Gesundheitsamt in Kulmbach. Sollte es keine Beanstandungen geben, könne man Zug um Zug auch in den anderen Leitungsnetzen der Sanspareilgruppe den Testversuch ohne Chlor starten.