Es ist eine Frage, über die nicht nur im Markt Marktleugast diskutiert wird: Wird der Bio-Legehennen-Stall für 12 000 Tiere in Mannsflur nun gebaut oder nicht? Die Antwort ist offen, denn das Projekt ist nicht in trockenen Tüchern, auch wenn der Gemeinderat dem Bauvorhaben von Landwirt Stephan Haas im Januar das gemeindliche Einvernehmen erteilt hat. Genehmigungsbehörde ist nämlich das Landratsamt, und das nimmt das Projekt nun eingehend unter die Lupe.


Das Treffen im Landratsamt

Am Montagabend fand im Landratsamt ein Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative statt, die den Hühnerstall verhindern will. Mit dabei waren Bürgermeister Franz Uome (CSU) und Verwaltungsleiter Michael Laaber. "Mannsflur gegen Massentierhaltung" nennt sich die Bewegung, die Uome im Januar eine Liste mit 268 Unterstützer-Unterschriften und einen Fragen- und Forderungskatalog überreicht hatte. Die Mitglieder der Initiative befürchten Geruchs- und Lärmbelästigungen sowie Krankheitserreger, die von der Hühner-Haltung ausgehen, eine Beeinträchtigung der Luftqualität ebenso wie Boden- und Gewässerverunreinigungen sowie einen großen Wertverlust ihrer Grundstücke.


"Sachliche Diskussion"

Ob es bei dem nicht öffentlichen Treffen am Montag angesichts des in Mannsflur kontrovers diskutierten Themas heiß her ging? Nein, sagte gestern Landrat Klaus Peter Söllner (FW), der von einem "extrem sachlich geführten Gespräch" berichtete.


"Besondere Situation"

"Wir haben die Vertreter der Bürgerinitiative über den Verfahrensstand unterrichtet und deutlich gemacht, dass die Entscheidung von uns rein nach den bestehenden Gesetzen getroffen werden muss", so Söllner. Man habe den Hühnerstall-Gegnern zu erkennen gegeben, "dass wir ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen". Aufgrund der besonderen Situation in Mannsflur werde vom Landratsamt ein emissionsschutzrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben.


Gesundheitliche Gefahren?

Ein Gutachten, das sich mit dem Thema Geruchsemission befassen und auch die Frage beleuchten werde, ob gesundheitliche Gefahren von Luftschadstoffen (Bioaerosole) ausgehen könnten, wie Hans-Dieter Vießmann vom Landratsamt erläuterte. Die Ergebnisse des Gutachtens würden anschließend zusammen mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dem Landesamt für Umwelt und dem Gesundheitsamt noch fachlich bewertet, so der Umweltingenieur.


Das sagt die Bürgerinitiative

Wie die Bürgerinitiative das Treffen im Landratsamt bewertet hat? Udo Hübschmann stellte dazu gestern fest, dass die Hühnerstall-Gegner gespürt haben, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. "Das Kulmbacher Landratsamt holt sich dort, wo es nötig ist, fachlichen Rat. Das ist richtig so", betonte der Mannsflurer.


So ist der Fahrplan

Was das weitere Vorgehen betrifft, so teilte Umweltingenieur Hans-Dieter Vießmann mit, dass der Bauantrag am 11. Januar eingegangen ist, allerdings noch ein aktualisierter Lageplan des Bauherren fehlt. Sind die Planunterlagen vollständig, werden Vießmann zufolge die Träger öffentlicher Belange wie etwa das Wasserwirtschaftsamt eingeschaltet. Diese hätten für eine Stellungnahme dann vier Wochen Zeit.

"Im Februar oder Anfang März können wir somit hinsichtlich des Bauantrags schon rein theoretisch keine Entscheidung treffen", sagte Landrat Klaus Peter Söllner, der deutlich machte, dass das Genehmigungsverfahren noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.


Rechtliche Schritte möglich

Wie die Entscheidung auch ausfallen mag - dass der Streit um den Hühnerstall in Mannsflur mit dem Beschluss der Kreisverwaltung endet, ist fraglich. Denn sowohl den Anwohnern wie auch dem Vorhabenträger bleibt die Möglichkeit, gegen den erlassenen Bescheid vor dem Verwaltungsgericht zu klagen.