Denn der Stadtrat befinde sich in ruhigem Fahrwasser, die CSU bilde zusammen mit Oberbürgermeister Henry Schramm, der WGK und der FDP eine stabile Mehrheit. Die SPD arbeite konstruktiv mit und sei "nicht auf Krawall gebürstet", betonte Brehm am Mittwochabend.

Vielmehr mache ihn die Bundespolitik nachdenklich. "Hier muss man auch den eigenen Parteifreunden von der CDU mal ins Gewissen reden." Von denen sich der eine oder andere in der großen Koalition eingerichtet habe. Und eben jene große Koalition treffe Entscheidungen, "die nicht immer gut für unser Land sind". Brehm nannte den Mindestlohn ("Den haben wir einst bekämpft wie der Teufel das Weihwasser"), die Rente mit 63 und die Mütterrente. "Das sind Dinge, die die jüngere Generation belasten. Da müsste die Union Kante zeigen."

Großes Thema Asylpolitik

Kante zeigte Hauptredner Landtagsabgeordneter Martin Schöffel vor allem zum Schluss seines Vortrags, als es um die Asylpolitik ging. Mit dem Zustrom von Männern und Frauen aus dem Kosovo wollte er sich nicht abfinden. "Es gibt sichere Herkunftsländer. Das Kosovo gehört dazu. Deshalb müssen wir dem Einhalt gebieten."

360 000 Menschen aus dem Kosovo ("Das ist ein Fünftel der Bevölkerung dort") seien inzwischen nach Deutschland gekommen. "Unser Asylrecht gilt aber nicht für Wohlstandsreisende", sagte er und forderte die Europäische Union zum Eingreifen auf - auch, weil nur fünf Mitgliedsstaaten 70 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen würden. Und das habe nichts mit Stimmungsmache gegen Ausländer zu tun. "Unsere Wirtschaft lebt von einer Willkommenskultur."

Auch auf die lokalen Entwicklungen in Kulmbach ging er ein. "Der Wirtschaftsstandort steht im oberfränkischen Vergleich sehr gut da." Es gebe "gigantische öffentliche Investitionen" (Hochwasserfreilegung Blaich, Umgehung Melkendorf, Breitbandausbau, Spinnereisanierung).

Und die Chancen seien vielfältig: Man müsse dafür sorgen, dass beim Kompetenzzentrum Ernährung Planstellen aufgebaut werden. Gut sei, dass es für das Max-Rubner-Institut eine Standort-Garantie gegeben habe. Die Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth könne man weiter verstärken, "der Uni-Präsident ist sehr aufgeschlossen".

XXXLutz eine riesige Chance

Den Bau eines XXXLutz-Möbelmarktes in Himmelkron bezeichnete Schöffel als eine "riesige Chance mit Hunderten von Arbeitsplätzen. Aber wir hängen in der Diskussion fest, dass es keine Freigabe für große Handelsgeschäfte in kleinen Gemeinden gibt".

Ortsverbands-Vorsitzender Henry Schramm erinnerte an die Kommunalwahl, bei der die CSU stärkste Fraktion im Kreistag wurde. "Die Menschen erkennen, wie wir uns für sie einsetzen." Im Kulmbacher Stadtrat habe man den Grünen einen Sitz abgenommen. "Zwei wären besser, da wäre so manche Sitzung kürzer", schmunzelte er.

Auch er ging auf die Asylproblematik ein: "Dass wir keinen Sozialmissbrauch wollen, ist klar. Aber wer vom Tod bedroht ist, den muss man aufnehmen. Für diese Menschen ist in Kulmbach Platz."

Das fünfte Oberzentrum

Zudem müsse man in München merken, dass Kulmbach das fünfte Oberzentrum in Oberfranken ist. "Jetzt ist es an der Zeit zu sagen, uns gibt es auch noch."