Mit der Aufführung des Oratoriums "Der Messias" wagten sich der Gesangverein 1864 Untersteinach und der Kirchenchor Trebgast unter der Gesamtleitung von Thomas Grünke wieder auf ein schwieriges Terrain. Stefan Zweig beschreibt in seiner 1927 erschienenen, viel gelesenen Sammlung "Sternstunden der Menschheit" die Entstehung des Messias im Jahre 1741 als "rauschhaften Schöpfungsprozess des Komponisten". Die barocke Wallfahrtsbasilika Marienweiher mit ihrer tollen Akustik war ein würdiger Rahmen für dieses Werk, das die Sängerinnen und Sänger Heinz Ott widmeten, der das Projekt maßgeblich mit getragen hatte. Sie haben sich mit diesem Konzert musikalisch auch von ihrem im April verstorbenen Ehrenvorsitzenden verabschiedet.

Außergewöhnlich


Die Besucher erlebten in den restlos besetzten Reihen des Gotteshauses ein außergewöhnliches Konzert. Augenblicke des Innehaltens, der tiefen Ergriffenheit, das sind Minuten, Stunden, in denen man alles um sich herum vergessen kann.

Lob vom "Lehrer"


Die weiteste Anreise hatte wohl Konzertbesucher Dietmar Bachmann aus Dortmund. Der 78-Jährige leitete den Musikverein Lünen und auch den Kirchenchor, als Thomas Grünke 1981 dort bei ihm eintrat. "Thomas spielte bereits als Schüler recht gut Violine und konnte bei Konzerten schon mal als Konzertmeister agieren, wenn kein Profi dabei war", erinnert sich sein "Lehrer" und führt an: "Der ,Messias' war sein erstes Oratorium, das er bei uns mitgesungen hat." Beim Abiturtreffen nach 25 Jahren 2011 in Lünen, der Geburtsstadt von Thomas Grünke, hat Dietmar Bachmann den Besuch des Konzertes in Marienweiher spontan zugesagt. "Ich war heute mit ihm sehr zufrieden", sagte er zur Leistung seines ehemaligen Schülers. Er sei sehr positiv überrascht gewesen: "Dieses Temperament hatte ich ihm nicht zugetraut."

Mehr über das Konzert lesen Sie in der Montagsausgabe der Bayerischen Rundschau,