Eine Reihe von Veranstaltungen wurde bereits durchgeführt, der Kirchweihgottesdienst am Sonntag, 29. Juni, um 8 Uhr in der Peter-und-Paul-Kirche und der Sonntagnachmittag, der unter dem Motto "725 Jahre Cottenau - Ein Dorf stellt sich vor" steht, bilden weitere Höhepunkte.

Am morgigen Samstag werden ab 17.30 Uhr im Feuerwehr- und Schützenhaus "Kerwa-Spezialitäten" angeboten, außerdem kommt es zu einer historischen Bilderpräsentation unter dem Titel "Cottenau - früher und heute". Gemeinderat Jochen Trier zeigt fast 200 historische Aufnahmen und alte Dokumente, etwa einen Ausweis der früheren Kommunistischen Partei Deutschlands oder den Strafbefehl für einen Cottenauer.

Das Festwochenende wird von der Feuerwehr, dem Sportverein und der Schützengesellschaft ausgerichtet. Diesen drei Vereinen dankt Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) herzlich und wirbt für einen Besuch der Kerwa: "Jeder, der am Wochenende nach Cottenau kommt, unterstützt eigentlich diese drei Vereine."
Die Kirche und der Ort sind aber wesentlich älter als 725 Jahre, wie Anselstetter zu berichten weiß: "Die Peter-und-Paul-Kirche, die den beiden Aposteln geweiht ist, wird ins zwölfte Jahrhundert datiert, das heißt also, dass sie bereits um die 850 Jahre alt ist." Peter und Paul, so Anselstetter, sei schon seit 354 nach Christus ein Gedenktag und zum Beispiel in Italien bis 1976 ein Feiertag gewesen. Er solle jetzt wieder als Feiertag eingeführt werden. Hier merke man, dass der Peter-und-Paul-Tag einen herausragenden Stellenwert hat, vor allem in katholischen Gemeinden und in Cottenau noch viel mehr durch die Kirche.

Zwei Gasthäuser, zwei Tanzsäle

Die "Cuttnaer Kerwa" war nach den Worten des Bürgermeisters schon immer ein rauschendes Fest, vor allem, als noch die beiden Gasthäuser Weiß und Steinlein mit Tanzsälen existierten: "Ich höre es ja immer, wenn ich bei Ehejubiläen bin, wo viele feststellen, dass sie sich in Cottenau beim Tanz kennen gelernt haben."
Der Peter-und-Paul-Kerwatag war für die ganze Kirchengemeinde Wirsberg ein großer Tag, weil bis 1843 die Bergwallfahrt veranstaltet wurde. In Wirsberg sei kein Gottesdienst gefeiert worden, weshalb alle nach Cottenau zogen. Anselstetter: "Das war damals für den Pfarrer und die Chorschüler ein ganz langer Tag, weil zwei Mal Gottesdienst gehalten wurde: Ein Kerwa-Gottesdienst mit der Kirchweihpredigt und ein Vespergottesdienst mit der Vesperpredigt - bis in den späten Nachmittag hinein."

Als damalige Besonderheit erwähnt der Bürgermeister, dass drei Landwirte in dem Bergdorf an das Spital in Kupferberg "zinsen" mussten. "Die drei Spitalbauern hatten die Verpflichtung, den Pfarrer und die Chorschüler am Kerwatag zu bewirten. Das ist sogar noch bis in die sechziger Jahre gepflegt worden."
Was an der Cottenauer Kirchweih noch interessant ist: Die Weißenbacher sind vor allem am Kerwa-Montag zu Fuß in den Nachbarort gezogen. "Ich habe davon noch alte Fotos zu Hause. Auf einem sitzt Altbürgermeister Erhard Meisel auf einem alten Schimmel. Als er noch lebte, erzählte er mir, dass ihm noch Tage danach der Hintern wehtat - weil es so ein knöcherner Gaul war."
Den Festgottesdienst am Sonntag wird Pfarrer Peter Brünnhäußer halten.

Bilder- und Geräteausstellung

Am Nachmittag wird sich das Dorf von 13 bis 17 Uhr mit einer Bilder- und Geräteausstellung im Feuerwehr- und Schützenhaus vorstellen. Außerdem können der Garten der Familie Metzner mit den Kängurus und der Pferdestall mit Koppel der Familie Trier besichtigt werden. Am alten Schloss wird ein Einblick in die Grotte gewährt, und in der Peter-und-Paul-Kirche bietet Klaus Bergmann Führungen an. Für die Kinder steht das Spielmobil des Landkreises bereit.

Die Besucher der Jubiläums-Kirchweih werden am Nachmittag natürlich auch mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen und Torten oder Grillspezialitäten bewirtet.

Was das Wetter am Sonntag betrifft, hofft Bürgermeister Hermann Anselstetter, dass eine alte Bauernregel gilt: "Peter und Paul hell und klar, bringt ein gutes Jahr!"