In einer vom Kreisvorsitzenden Wolfgang Schenker und Ortsverbandsvorsitzenden Alwin Geyer unterzeichneten Erklärung heißt es unter anderem:

Der BN fordert die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens, um auch mit aktuellen Verkehrszahlen zu klären, ob ein Ausbau der B 303 angesichts des dramatischen Bevölkerungsrückganges im gesamten Einzugsbereich der B 303 überhaupt noch gerechtfertigt ist. Der BN hält es für unhaltbar, für diese Planung keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, die die erheblichen Eingriffe beschreiben würde.

Für Tempo 30 und Einbahnstraßenregelungen
Statt des Baus der Ortsumfahrung fordert der BN Maßnahmen zur Verringerung des Ziel- und Quellverkehrs, der den großen Teil des Kfz-Verkehrs in der Ortsdurchfahrt ausmacht. Insbesondere sollte der Öffentliche Personennahverkehr Richtung Kronach und Richtung Kulmbach deutlich verbessert werden. Als kurzfristige zu realisierende Maßnahme fordert der BN die Einrichtung von Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt und mittelfristig die Prüfung möglicher Einbahnstraßenregelungen für den Schwerverkehr zur Vermeidung der kritischen Begegnungssituationen sowie eine großräumige Lenkung der Verkehrsströme.

Stadtsteinach soll als zentraler Ort an der B 303 gestärkt werden. Es sollten regionale Wirtschaftskreisläufe und der Tourismus gestärkt werden.

Der Bund Naturschutz sieht die vorliegende Planung als Folgewirkung einer extrem einseitig auf den Kfz-Verkehr ausgerichteten Verkehrspolitik.

Auch aus Klimaschutzgründen bedarf es im Verkehrsbereich dringend einer Umschichtung der Investitionsmittel hin zum Ausbau der ÖPNV.

Die Regierung lehnte den Antrag des BN aus dem Jahr 2003 auf Durchführung eines Raumordnungsverfahrens ab. Die Verfahrensweise stellt einen Verstoß gegen die Beteiligungsrechte der anerkannten Naturschutzverbände dar. Der BN fordert weiterhin die Durchführung eines ordentlichen Raumordnungsverfahrens, denn es standen drei verschiedene Trassenvarianten mit offenbar erheblich unterschiedlichen Auswirkungen auf Natur und Landschaft zur Debatte.

Fragliche Prognose
Der BN bestreitet die Prognose, nach der der Verkehr im südlichen Bereich Stadtsteinachs um 6400 Kfz entlastet würde. Schon der auffällige Unterschied zwischen den 4100 Kfz/Tag nördlich Oberzaubach und den 7600 Kfz/Tag südlich Stadtsteinachs zeigt, dass es vor allem ein Problem mit dem Ziel- und Quellverkehr gibt. Mindestens 3500 Kfz/Tag gehören zu diesem Verkehr.

Der Eingriff ins Landschaftsbild wäre massiv. Zusammen mit der Neubautrasse der Ortsumfahrung und der Anschlussknoten würde praktisch das gesamte Gebiet völlig mit Verkehrstrassen überlagert. Mehr als sieben Meter hohe Aufschüttungen und ebenso tiefe Einschnitte würden das Landschaftsbild zerstören. Das "Tor zum Steinachtal" beim Hochofen würde mit einer Brücke mit sieben Metern Höhe völlig verändert.

Weniger attraktiv
Die Umfahrung würde einen starken Eingriff in das Konzept eines umweltverträglichen Fremdenverkehrskonzeptes darstellen. Stadtsteinach verlöre viel Attraktivität für Urlauber - unter anderem in der Kurklinik Salem oder am Campingplatz.

Bedrohte Tierarten wie Fledermaus, Uhu, Neunauge, Koppe und diverse Vogelarten wären betroffen, denn die komplette Zerschneidung des nördlichen Bereiches auf mehr als sechs Kilometer in sensiblen Bereichen wie dem Schindelbachtal bedeutet auch Zerschneidung von Lebensräumen.Ebenso ist mit einer Änderung der Grundwasserneubildung zu rechnen.

In der Gesamtschau bleibt festzuhalten, dass sich der vorliegende Planfeststellungsantrag auf die Genehmigung einer Maßnahme bezieht, deren Planrechtfertigung derzeit nicht geklärt ist, die vorhandene Alternativen nicht berücksichtigt, die unzumutbare und nicht gerechtfertigte Eingriffe vornimmt, deren Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen und somit vollständig abzulehnen ist.