Die Bürgerinnen und Bürger sind mit der Arbeit ihres Gemeinderates und des Gemeindeoberhauptes rundum zufrieden. Bürgermeister Hübner sprach von einem kommunalpolitisch sehr vielfältigen und schwierigen Jahr, wobei es seiner Meinung nach in der großen Politik immer wieder Reibungspunkte gibt, vor allem aber immer mehr Krisenherde.
Im Anschluss an den Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters stellte Martina Kotschenreuther vom Quartiermanagement des BRK-Kreisverbandes Kulmbach Empfehlungen zur Wohnraumanpassung vor.

Bürgermeister Günther Hübner machte deutlich, dass die Gemeinde Harsdorf zu Beginn des Jahres gehörig unter dem Druck stand, die Fertigstellung der Arztpraxis im Gesundheitsbahnhof zu garantieren. Nach der Kommunalwahl im März ging es an die Fortführung der großen Bauprojekte wie Hochwasserschutz "Haselbach", Kanalanschluss Altenreuth/Oberaltenreuth und die Baumaßnahme "Grunderneuerung A70" der Autobahndirektion Nordbayern.

Mit Gisela Paulini und Andreas Stein wurden zwei neue Stellenbesetzungen in der Gemeinde vorgenommen.

Bürgermeister Hübner: "Der größte Teil der Bauprojekte ist abgeschlossen, aber noch nicht abfinanziert, da wir nicht alle geplanten Zuschüsse 2014 erhalten werden."

Hübner bedauerte auch, dass es noch mindestens bis Mitte des nächsten Jahres Beeinträchtigungen wegen des Autobahnbaues und der GV-Straßenanpassungen geben wird: "Ich muss ihnen hier aber viel Verständnis attestieren und möchte mich dafür ganz herzlich bedanken."

Zur Bundes- und Landespolitik stellte der Bürgermeister fest, dass die Ankündigungen, die hier jeweils gemacht werden, immer weniger mit den eigentlichen Problem- und Projektbeschreibungen konform laufen:

"So steckt die Energiewende genauso in der Sackgasse wie die ländliche Entwicklung. Die Politik begleitet zunächst alles recht offensiv, wird dann aber durch Querschläger wie der H10-Regelung für Windräder oder den Einwohnerverlusten im ländlichen Raum immer wieder von schmerzhaften Rückschlägen eingeholt. Zusätzlich hat die Weltpolitik mit ihren Krisenherden immense Flüchtlingsströme hervorgerufen, die es gilt, human zu lenken und den Menschen zu helfen. Der Finanzsektor ist weiterhin sehr angespannt, da die Zinsentwicklung nach wie vor desaströs ist und damit vor allem den kleinen Banken sehr stark schadet. Dadurch kann es sein, dass in kleinstrukturierten ländlichen Gebieten für Investitionen nicht genügend Kapital zur Verfügung steht."

Das menschliche Leid wird nach den Worten von Bürgermeister Hübner auf der Welt immer größer und spielt bei der Marktpolitik mancher Staatsoberhäupter leider keine entscheidende Rolle: "Der alte Grundsatz: Geld regiert die Welt, ist leider mehr denn je die bittere Wahrheit."

Aber auch das Verhalten der Bayerischen Staatsregierung sei bei so manchem Vorgang Hübners Meinung nach sehr sprunghaft.

Bürgermeister Hübner: "Besonders gilt dies für die Energiewende, aber auch beim kommunalen Finanzausgleich gibt es keine klare Linie. Derzeit wird zwar an einer Verbesserung der Kommunalfinanzen gebastelt, sie ist aber nicht so richtig erkennbar und daher bleibt nur die Hoffnung, dass wir für das Mehr an Aufgaben und Verpflichtungen auch eine Entlastung erfahren werden."


Auch beim Stromnetzausbau befürchtet Hübner ebenfalls ein großes Durcheinander.



Was die Verkehrsinfrastruktur in der Gemeinde Harsdorf angeht, konnte indes Vieles erreicht werden, aber so manche Auffassung des Gesetzgebers ist für Hübner nicht nachvollziehbar: "So verstehe ich nicht, wieso man Ortseingänge nicht auffälliger beschildern darf und wieso man bei Autobahnausbauten wie mit einem Umfang unserer A70, den Schallschutz nicht auch auf den neuesten Stand bringen kann oder bringen darf."


Einen kleinen Erfolg konnte der Bürgermeister aber für den Bahnverkehr vermelden, denn in wenigen Tagen werden die Schülerzüge vom dorfseitigen Gleis 1 früh nach Bayreuth fahren.



Im Bereich der Staatsstraße wird voraussichtlich in den nächsten Wochen das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau von Ramsenthal bis zum Bahnübergang Harsdorf eingeleitet. Die Gemeinde Harsdorf ist hier besonders mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt Sandreuth betroffen.
Bürgermeister Hübner: "Unser Vorschlag, nur einen kurzen Gehsteigbereich zwischen den beiden Nebenwegen anzulegen, die Straßenbeleuchtung aber für die ganze Durchfahrtslänge zu errichten, fand bei den Anliegern durchaus Zustimmung."

Zur Arbeit im Gemeinderat stellte Bürgermeister Hübner fest, dass wieder sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet werde:
"Mit konstruktiver gemeinsamer Arbeit konnten wir viel erreichen."

Der Gemeinderat hat es auch für erforderlich gehalten, zur Begleitung der demografischen Entwicklung einen Beirat einzusetzen, der mit Vertretern der Gemeinde, der Evangelischen Kirche und des VdK besetzt ist. Die Vereine wollten keine Mitglieder entsenden.
Bürgermeister Hübner: "Der Beirat ist kein Club zur Seniorenbetreuung im engeren Sinn, sondern er soll den Gemeinderat beraten und es sollen Hinweise aus der Bevölkerung weiter getragen und mögliche Lösungsansätze hierzu erarbeitet werden."

Abschließend ging Bürgermeister Günther Hübner noch auf die geplanten Maßnahmen für 2015 ein. Hier nannte er den begleitenden Ausbau von GV-Straßenteilen durch die Autobahndirektion, den Abschluss der Friedhofsgestaltung mit Asphaltierungsarbeiten, Sichtschutzzäunen und Baumpflanzungen, die Verlegung des Glascontainer-Standplatzes zum "Dampferstadel" mit Anlegung eines Fußweges, die Verlegung eines Oberflächenwasserkanales im Dahlienweg , den weiteren Ausbau der DSL-Versorgung und die Erweiterung des Wasserschutzgebietes Harsdorf-Ramsenthal.


Sorgen bereitet Bürgermeister Hübner die alljährliche Kirchweihfeier:


"Hier müssen wir uns alle mal neue Gedanken machen, denn im nächsten Jahr feiern wir 250 Jahre Harsdorfer Kirche."
Für die Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Harsdorf müsse der Gemeinderat weiter bereit sein, Investitionen zu tätigen: " Dabei müssen die Projekte sowohl für die Gemeinde als auch für die betroffenen Bürger finanzierbar sein und es darf die ganzheitliche Betrachtung und das Allgemeinwohl nicht vernachlässigt werden. Die Finanzierbarkeit ist dabei natürlich erste Voraussetzung."