Das überraschte alle, auch den Vorsitzenden des Oberfränkischen Braugerstenvereins, Erhard Hildner, der dafür auch bei der Braugerstenschau am Freitag in der Mönchshof keine plausible Erklärung fand. Fakt ist aber, so Hildner, die Braugerste hat besser gedroschen als vor der Ernte jemand zu glauben wagte.

Mit der EU-Abgordneten Monika Hohlmeier (CSU) hatte man sich eine kompetente Politikerin eingeladen, die zu den Auswirkungen der neuen Agrarpolitik 2014 - 2020 referierte. Prämiert wurden wie jedes Jahr auf der Braugerstenschau die Preisträger auf oberfränkischer Ebene und die Landkreissieger. Mit 22 Punkten gehörte Fritz Motschmann aus Menchau/Thurnau mit der Braugerste "Grace" zu den Landkreissiegern.

Sie freue sich, dass die Braugerstenernte so positiv gelaufen ist, nachdem die Ertragszahlen ganz anders befürchtet waren, so Hohlmeier. Zur Frage, wie es in der europäischen Agrarpolitik weitergehe, stellte sie fest, dass Deutschland seine Hausaufgaben gemacht hat: "Als Erstes haben wir in dieser Woche darauf geachtet, dass ihnen für 2014 - ich sage das jetzt so nüchtern - kein Geld geklaut wird. Wir haben dafür gekämpft, dass der Haushalt 2014 in einem vernünftigen Rahmen abgeschlossen wird." Vorrang habe dabei die Sicherheit der Lebensmittelversorgung. Für Hohlmeier steht fest, dass jeder Quadratmeter Produktion in Deutschland erhalten werden muss. "Wir werden in der Zukunft eher mehr Flächen für die Produktion brauchen als weniger. Wir werden immer mehr Menschen zu ernähren haben und dann macht es keinen Sinn, immer weniger Flächen zu bewirtschaften", so die EU-Abgeordnete. Hohlmeier machte deutlich, dass man auch die kleineren Betriebe sichern wolle. So wurde durchgesetzt, dass bei den bürokratischen Auflagen ein Teil für die kleineren Betriebe ausgesetzt wird.


Guter Preis für gute Qualität

Vorsitzender Erhard Hildner erinnerte an die oberfränkische Braugersten-Rundfahrt Anfang Juli und die Befürchtungen bezüglich der Ernte. "Aber trotz der kurzen Vegetationsperiode und manch` widrigen Wetters haben wir eine gute Ernte eingefahren." Der Begriff Markt sei in den letzten Jahren zu einem magischen Wort in der Agrarwirtschaft geworden. "Wir sind uns bewusst, dass auch unsere heimische Wirtschaft immer stärker diesen Marktkräften ausgesetzt wird. Wenn man aber will, dass die heimischen Landwirte Braugerste anbauen, müssen Brauer und Mälzer auch bereit sein, für gute Braugerste einen höheren Preis zu zahlen", so Hildner.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach mit Stolz das Alleinstellungsmerkmal Oberfrankens an: die Zahl der Brauereien. Bürgermeister Stefan Schaffranek nannte das Bier einen wichtigen Imageträger für die Stadt.
Landwirtschaftsoberat Bernd Angermann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ging in seiner Schaukritik auf den oberfränkischen Braugerstenanbau 2013 ein. So betrug dieser 33 184 Hektar.


Die Preisträger

Oberfränkische Preisträger 1. Preis Johann Zenk, Bad Staffelstein (Grace, 23 Punkte); 2. Preis Dieter Schwenk, Creußen (Quench, 23 Punkte); 3. Preis Gerald Bauer, Weißenstadt (Grace, 23 Punkte).

Landkreissieger Kulmbach: Fritz Motschmann, Thurnau (Grace, 22); Bamberg: Reinhold Priessmann, Heiligenstadt; Bayreuth: Andreas Freyberger, Prebitz; Coburg: Timo Schunk, Meeder; Forchheim: Detlev Fiebig, Igensdorf; Hof: Robert Popp, Schwarzenbach/Saale; Lichtenfels: Georg Böhmer, Weismain; Wunsiedel: Werner Schrögel, Selb.