"Baddsch! Bäng! Bumm!" lautet der CD-Titel, und unter diesem Motto präsentierten die vier Musiker eine "Volxmusik" der ganz anderen Art. Neben den klassischen Instrumenten Akkordeon, Geige oder Kontrabass kamen auch Dudelsäcke zum Einsatz, die laut Andreas Richter früher in unserer Gegend durchaus üblich waren.


Dudelsack aus Ziegenbockfell


Sein Dudelsack (sein Bock) besteht tatsächlich aus dem Fell eines fast vollständigen Ziegenbocks, "denn das ist die ursprünglichste und traditionellste Bauweise dieser Instrumente, so wie sie auch heute noch im Balkan hergestellt werden", sagte der Musiker. Bei einem Dudelsack sei es wichtig, so wenige Nähte wie möglich zu haben.
Und so entzauberte er mit einem Blasebalg seinem Bock Töne, die man sonst in der fränkischen Volksmusik nicht kennt. Begleitet wurde er von Katja Lachmann am Kontrabass, von Carolin Pruy an der Geige und von David Saam am Akkordeon.

Die Musik von "Boxgalopp" ist dabei so vielseitig wie die Bandmitglieder selbst. "Wir kommen eigentlich alle aus unterschiedlichen Stilrichtungen", sagte Katja Lachmann, die selbst aus einer sehr musikalischen Familie stammt und seit ihrer Kindheit musiziert. David Saam habe beispielsweise eine mehrjährige Punkmusikkarriere hinter sich, und Andreas Richter sei hauptberuflich Musiklehrer.


Die Mischung macht den Sound


Aber gerade diese Mischung macht den Sound der Band aus und sorgt für einen lebendigen Mix, der die Zuhörer mitreißt. Und so ließen sich auch die Kulmbacher Zuschauer nicht zwei Mal bitten, als es hieß, man dürfe getrost mittanzen. Ob Walzer, Polka oder Dreher - "Volxmusik ist Rock'n'Roll".

Aber nicht nur die Musik war hörenswert, sondern auch die Texte luden zum Mitsingen und Schmunzeln ein. Fränkisch derb und direkt kamen sie daher und berichteten etwa von der "aldn Semmlfraa - du hasd a diggs bar baa", vom Sauerkraut mit Buttermilch oder davon, wie jemand "bridschäbraad" durch den Salat stapft. Und das alles präsentieren die vier Musiker ganz ohne moderne, technische Hilfsmittel auf der Bühne.


Richtig handgemachte Wirtshausmusik


Richtig handgemachte Wirtshausmusik, kräftige Stimmen, die kein Mikrofon brauchen und eine Ausstrahlung, die ansteckend ist. Eigentlich ist es schade, dass in unseren Wirtshäusern die Tradition des gemeinsamen Musizierens nicht so verankert ist wie auf der irischen Insel.

Wer mehr von "Boxgalopp" hören will, kann sich am 28. März ins Bräuwerck nach Neudrossenfeld begeben.