Ein Traum in Rosatönen und Weiß - so präsentiert sich der Garten von Josef und Marianne Müller in Ziegelhütten. Während in vielen Gärten das Gras braun und dürr wird, die Blüten vertrocknen oder zumindest spätestens ab den heißen Mittagsstunden die Köpfe hängen lassen, wirken die Grünanlagen der Müllers frisch und einladend.

Dahinter stecken viel Mühe, gute Pflege und die jahrzehntelange Erfahrung eines passionierten Gartenliebhabers: Josef Müller achtet darauf, dass alle Blumen und Sträucher an Standorten wachsen, die perfekt zu ihren Ansprüchen passen.

Die Spezialität des 77-Jährigen, der früher als Bäckermeister und Konditor ein eigenes Geschäft am Marktplatz und später in der Grabenstraße betrieb, sind Hortensien.


Im Winter ins Quartier


Rund 30 prächtige Exemplare schmücken den weitläufigen Garten, die meisten davon Kübelpflanzen, die im Winter in ein frostfreies Quartier umziehen, ebenso wie etliche üppige Oleander und Geranien. "Ich überwintere immer einen Teil der schönsten Geranien, einige sind schon viele Jahre alt und blühen jedes Jahr schöner."

Ein Exemplar in zartem Rosa ist im Lauf von 15 Jahren von normaler Balkonkastengröße auf stattliche zwei Meter Höhe gewachsen und über und über mit Blütenbällen bedeckt.

Den Müllers ist es wichtig, dass in ihrem Garten das ganze Jahr über etwas blüht. Dafür nimmt Josef Müller einiges an zusätzlicher Arbeit in Kauf: "Ich fülle die Lücken immer mit einjährigen Blumen, passend zur Saison." Manche Beete gestaltet er mehrmals im Jahr um.

Auch am Dekorieren hat der Rentner Freude: Überall stehen kleine Tier-Figuren aus Holz oder Keramik, bepflanzte Schalen, Herzen und Kränze aus Weiden. Dabei kann auch Nützliches sehr dekorativ sein: Futterhäuschen für die Vögel, Nistkästen und Insektenhotels, Vogeltränken und ein Teich sorgen dafür, dass sich hier auch die Tierwelt wohl fühlt.

In zahlreichen Töpfen und Kästen warten spät gesäte Einjährige wie Löwenmäulchen oder Prunkwinden, die noch bis in den Herbst hinein all die Ecken zum Strahlen bringen, in denen die Hauptbepflanzung ihr Blütenkleid schon abgestreift hat.

"Die Hortensie ist die Königin des Sommers", erläutert Josef Müller. Lange Freude daran hat, wer sie optimal pflegt. Hortensien mögen keine pralle Sonne: Ein Platz im Halbschatten ist für sie perfekt. Im Herbst sollte das Abgeblühte ausgebrochen werden, ohne den schon fürs nächste Jahr gebildeten Knos penansatz zu beschädigen. Während der Blüte sind regelmäßige Gaben von speziellem Hortensiendünger erforderlich, denn auch Blumen haben Hunger und brauchen Nährstoffe.


An heißen Tagen täglich gießen


Außerdem sind die Sträucher sehr durstig. Deshalb steht Josef Müller während der derzeitigen Hitzephase abends lange im Garten, um seine Lieblinge mit Wasser zu versorgen.

Vor 38 Jahren haben die Müllers begonnen, ihren Garten anzulegen. Terrassen und Wege hat eine Firma vorbereitet, "der Rest ist nach und nach gewachsen".

Eins hat der 77-Jährige in dieser Zeit gelernt: Geduld. "Wir haben anfangs die gleichen Fehler gemacht wie die meisten Leute: Man pflanzt zu viel zu dicht nebeneinander, weil man möchte, dass es schnell gut aussieht. Aber die Pflanzen wachsen und brauchen Platz. Mit den Jahren wird man dann schlauer."