Das Wasserwirtschaftsamt überprüft regelmäßig das Wasser in der Kieswäsch. Getestet werden ph-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur, Sauerstoffgehalt, Sichttiefe und die Artenzusammensetzung der Bakterien, die die Algen bilden. Proben wurden am 2. Juni, am 1. Juli, am 27. Juli und am 6. August gezogen. Ende August/Anfang September ist eine erneute Überprüfung geplant. In den Probenergebnissen zeigt sich auch die Entwicklung des Wachstums der Cyanobakterien (Blaualgen). So verringerte sich unter anderem die Sichttiefe von 160 auf acht Zentimeter, ein Zeichen für ein starkes Algenvorkommen.


Untypische Situation

Die Nährstoffparameter liegen im sehr niedrigen Bereich und sind im Wasser nur in sehr geringem Umfang nachweisbar, was eher untypisch ist. Denn die Nährstoffsituation gilt beim Auftreten von Algen oder Cyanobakterien als ein entscheidender Faktor.

"Es lässt sich derzeit nicht prognostizieren, wann das explosionsartige Wachstum der Cyanobakterien zum Erliegen kommt und anschließend zusammenbricht. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich das Absterben der Biomasse und der anschließende Zersetzungsprozess auf die Sauerstoffkonzentration im See auswirken", erklärt Strehler.

Da das Problem der Blaualgenbildung nicht nur in Kulmbach existiert, schwebt dem Leiter des Wasserwirtschaftsamts eine Seen-Konferenz vor, zu der verschiedene Experten und Vertreter der betroffenen Kommunen eingeladen werden sollen. Termin soll im Herbst sein, vermutlich Ende Oktober.

Auch wenn die Algenplage inzwischen das zweite Jahr in Folge am Oberauhof aufgetreten ist, so wagt Strehler keine Voraussage, ob das künftig jedes Jahr der Fall sein könnte. Denn, wie die für den Landkreis Kulmbach zuständige Abteilungsleiterin Andrea Künzel ergänzt, sind die Ursachen für die Entstehung der Blaualgen bislang nicht ganz klar: "Das ist keine einfache Ursache/Wirkung-Geschichte. Wenn es ein Patentrezept gäbe, würden wir das ausgeben." Auch um "das eine oder andere auszuprobieren", lade man zu der Seen-Konferenz ein.

Das Gesundheitsamt Kulmbach ist täglich vor Ort und kontrolliert die Sichttiefe. Denn die ist ein wichtiger Indikator für das Algenaufkommen, erklärt Medizinaloberrätin Camelia Sancu. "Die Algen trüben das Wasser." Wenn sich die Sicht verbessere, werde eine Probe gezogen und untersucht.

Für das Wachstum der Algen sei das Wetter der vergangenen Wochen ideal gewesen. "Sie haben die Wärme genossen", sagt Camelia Sancu. Der Wetterumschwung habe Folgen auf die Algen, die Frage sei dabei aber, ob es lange genug kalt bleibt. Ein bisschen Regen und nur eine kurze Abkühlung würden nicht reichen, um dem Problem Herr zu werden.


Die Sicht ist entscheidend

Am Montag war es so, dass sich die kühleren Temperaturen schon auf die Sichttiefe ausgewirkt haben - sie ist um 15 auf 40 Zentimeter gestiegen. Bei einer Sichttiefe von 50 Zentimetern werde die nächste Probe gezogen.

Das ist möglicherweise schon am Dienstag der Fall. Selbst wenn eine Verbesserung sichtbar ist, kann das Badeverbot noch nicht aufgehoben werden. Dafür müssen die Laborergebnisse stimmen. Denn klareres Wasser bedeute nicht zwangsläufig, dass keine Algen mehr vorhanden sind.