Die Drittklässler der Grundschule Mainleus fühlten sich gestern so, als ob Weihnachten und Ostern zusammenfiele. Natürlich sind sie schon ein bisschen zu groß für Schultüten und Präsente, doch die Firma Geiger aus Kronach händigte gestern den Mädchen und Junge aus der 3a und der 3b, die sich entschieden haben, in den nächsten zwei Jahren bei der Bläserklasse dabei zu sein, ihre Leih-Instrumente aus: Ein Mal pro Woche bekommen die Bläserkids nun Gruppenunterricht mit dem Instrument ihrer Wahl, außerdem spielen sie von Anfang an in einem Ensemble zusammen.

Als Gruppenlehrerin ist Elke Höhn für die Drittklässler zuständig, Anneliese Kastner, Dirigentin des Musikvereins, übernimmt den Gruppenunterricht für die Viertklässler, die bereits ein Jahr Instrumentalunterricht hinter sich haben. Außerdem konnten als Lehrkräfte Valerij Efremov (tiefes Blech), Ileana Iglesias (Saxophon) und Ilona Ramming (Klarinette) für den Gruppenunterricht gewonnen werden.

In der Mainleuser Schule ging die Bläserklasse bereits im vergangen Jahr an den Start. Zehn Kinder entschieden sich dafür, statt des normalen Musikunterrichts lieber ein Instrument zu erlernen. Das kann für 25 Euro pro Monat geliehen werden, weitere 25 Euro fallen für den Gruppenunterricht an. "Aber die Schüler müssen sich verpflichten, zwei Jahre lang in der Bläserklasse zu bleiben. Das habe ich schon im Vorfeld lange mit den Eltern besprochen", erklärt Anneliese Kastner.


Niemand wollte aufhören

Doch im ersten Jahr hat die Bläserklasse toll funktioniert. Keiner wollte aufhören. Die ehemaligen Drittklässler haben sogar schon Schulfeiern mit ihren Blasmusik-Künsten umrahmen können. Jetzt wollen fünf von 21 Kindern aus der Klasse 3a und zehn von 25 Kindern aus der Klasse 3b ebenfalls Nachwuchs-Bläser werden.
"Wir haben zwei Kinder, die sich für Trompete interessieren, zwei für Posaune, fünf für Klarinette, drei für Saxophon und drei für Querflöte", erklärt Kastner, die im Namen des Musikvereins das Projekt ins Leben gerufen hat. "Der Vorteil für die Kinder ist, dass der Unterricht während der normalen Schulzeit stattfindet und die Eltern keine Fahrdienste übernehmen müssen", so Kastner.

Auch Rektorin Doris Hörath ist begeistert. "Die Kinder spielen von Anfang an im Ensemble zusammen. Bislang macht das natürlich Spaß. Das ist eine tolle Sache." Dass die Bläserklasse dem Musikverein "ganz nebenbei" die Nachwuchsarbeit erleichtert, steht außer Frage. "Kinder, die dann später die Schule wechseln, können natürlich auch nach der vierten Klasse weiterspielen - einfach beim Musikverein: Das Instrument kann man auch im Anschluss weiter mieten oder kaufen - die Miete wird angerechnet. Und die Stunden kosten dann im Anschluss 15 Euro pro Monat, weil die Leute ja dann die Kinder selbst zum Unterricht bringen müssen", erklärt Anneliese Kastner das Konzept.

Die Vertreter des Musikhauses Geiger hatten viele Instrumentenkoffer dabe. Die größten Koffer bekamen Anna Tiroch und Emma Kraus. Denn die beide Mädchen haben sich entschieden, Posaune zu lernen. "Meine Mama hat gesagt, dass Posaune schön ist. Aber mir hat das auch gut gefallen. Außerdem spielt meine Schwester Saxophon - das wollte ich nicht", erklärt Anna.

Einen etwas anderen Geschmack hat Magdalena Weiß: "Ich finde Querflöte schön. Ich glaube, dass das auch nicht so schwer ist. Denn ich habe schon Blockflöte gelernt."
Marlene Kraus hat sich beim Radio hören für Saxophon begeistert. Da gibt es auch richtig moderne Stücke", findet sie.

Maximilian Winkler kann es kaum erwarten: Er möchte Trompete lernen. Und da sein Instrument bis auf das Mundstück schon vollständig zusammengesetzt war, konnte er auch gleich loströten. Die Töne, die Maximilian Winkler seiner Trompete entlockt, sind jedenfalls vielversprechend - die großen Gesten noch viel mehr. Denn er schwenkt seine Trompete schon nach oben wie ein Profi.

"Ich habe mich für Klarinette entschieden. Das hat mir gefallen. Und das Instrument ist auch nicht so groß, man kann es überall hin mitnehmen", erklärt Finn Herber seine Wahl.

Doch egal, welches Instrument sich die Bläserkids auch ausgesucht haben, alle sind neugierig darauf, die ersten Töne zu lernen - und alle freuen sich schon auf die Bläserklasse 2.0. Rektorin Doris Hörath ist sich sicher, dass jeder schon an Weihnachten seinem Blasinstrument die ersten Töne sauber entlocken kann.