Stephan Ringwald, Vorstand der Kulmbacher Bank, freut sich schon auf 2015. Dann wird sein Unternehmen 150 Jahre alt - für den großen Festakt in der Stadthalle wird schon geplant.
Ringwald hat gemeinsam mit seinem derzeit erkrankten Kollegen Dieter Bordihn allen Grund zur Freude, denn die Genossenschaftsbank arbeitet erfolgreich, wie die Bilanz des vergangenen Jahres beweist. Basis dafür ist sicher auch das Geschäftsmodell, das Kunden die Möglichkeit eröffnet, Teilhaber zu werden. Dies unterstrich auch Aufsichtsratsvorsitzender Peter Heinlein.
Zudem legt die Kulmbacher Bank sehr viel wert darauf, in der Nähe ihrer Kunden zu sein. "Solange sich unsere Geschäftsstellen rechnen, sind wir in der Fläche präsent", betont Ringwald und verweist auf die Modernisierung der Geschäftsstelle in Melkendorf, die rund 320 000 Euro gekostet hat. 90 Prozent der Aufträge haben nach Angaben des Bankvorstands heimische Handwerker erhalten. Heuer wird die Niederlassung in Stadtsteinach modernisiert.



Dennoch konnte die Bank ihre Betriebskosten weiter senken - auf 1,92 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Damit liege man, sagt Ringwald, deutlich unter dem oberfränkischen Schnitt.
Über dieser Vergleichszahl liegt die Kulmbacher Bank dagegen, wenn man das Betriebsergebnis betrachtet, das ausdrückt, wie erfolgreich das Unternehmen gewirtschaftet hat: Mit 1,17 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme ist die Bank damit besser als der Durchschnitt der Genossenschaftsbanken in der Region.
Mehr als 74 000 Euro hat die Kulmbacher Bank im vergangenen Jahr an caritative, soziale und gemeinnützige gespendet - und heuer wird das inzwischen 20. VR-Mobil auf die Straße geschickt.
Unter den 162 Mitarbeitern sind elf Auszubildende. Vier Azubis haben im Februar erfolgreich ihre zweieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen und sind nun als frisch gebackene Bankkaufleute in den Geschäftsstellen tätig.
Die aktuell anhaltende Niedrigzinsphase tat den sicherheitsorientierten und schnell verfügbaren Anlageformen keinen Abbruch, wie Stephan Ringwald verrät. Insbesondere bei den kurz- bis mittelfristigen Geldeinlagen trotze die Kulmbacher Bank dem bayerischen Trend von minus 20,3 Prozent und konnte hier einen Zuwachs um 7,4 Prozent oder 5,8 Millionen Euro registrieren.
Sorge bereiten dem Vorstand nach wie vor die Vorgaben der Europäischen Union. Obwohl gerade die Genossenschaftsbanken die einzigen gewesen seien, die keine Probleme mit dem Eigenkapital gehabt hätten, müssten sie nach wie vor die Suppe mit auslöffeln, beklagt er.
Die Folgen sind ständige Vorbereitungs- und Umsetzungsaktivitäten, die Arbeitszeit und -kraft der Beschäftigten binde. Hierzu zählten auch die Umstellungen auf das neue europäische Zahlungssystem Sepa. "Wir haben bei all dem frühzeitig Weichen gestellt", hält Ringwald fest. Und kann so letztlich die Mitglieder mit einem Vorschlag erfreuen: Vier Prozent Dividende, wenn die Vertreterversammlung mitmacht.