Beschissen wird im Sport wohl, seit es Wettbewerbe gibt. 1932 sprintete die Polin Stanislawa Walasiewic zu Olympiagold über 100 Meter. Als sie 1980 ermordet wurde, machten die Gerichtsmediziner bei der Obduktion große Augen: Stanislawa hätte eigentlich Stanislaw heißen müssen. Auch Dora Rathjen, deutsche Hochspringerin bei den Spielen 1936 in Berlin, wurde als Mann entlarvt.

Später gaben dann breitschultrige osteuropäische Kugelstoßerinnen mit Damenbart und Bass-Stimme Anlass zur Skepsis. Eine Überdosis männlicher Hormone lässt schon mal Härchen wachsen, wo sie bei Frauen normal nicht wachsen...

Bei den Olympischen Spielen in Rio gehört die Läuferin Caster Semenya zu den heißen Gold-Kandidatinnen. Das ist das menschliche Wesen, dessen Geschlecht 2009 der Leichtathletik-Weltverband untersuchen ließ, weil Semenya aus dem sportlichen Nichts kommend eine Weltjahresbestzeit über 800 Meter aufstellte und dabei so gar nicht weiblich rüberkam. Der Test ergab: Semenya darf weiter bei den Frauen starten.

Ach wie schön wäre doch noch der Spitzensport, wenn Geschlechterbetrug sein einziges Problem wäre. In Zeiten, da sich immer mehr fitnesssüchtige Amateure das Muskel-Wachstumshormon Testosteron spritzen, konsumiert der kritische Sport-Fan Höchstleistungen auf dem Rad, im Wasser oder zu Fuß nur mit allergrößter Skepsis.

Und ach, was waren das noch für Zeiten, als bei der Tour de France die Helden der Landstraße vor dem letzten Anstieg einen stärkenden Schluck aus der Weinpulle nahmen. Alkohol ist zwar auch keine Lösung, aber die Kulmbacher wissen schon, wo sie ihre Prioritäten setzen sollen. Nämlich auf der Bierwoche statt vor der Glotze. Gestärkt wird der Körper hier mit Gerstensaft - wenn auch vorwiegend im Bauch- und Hüftbereich. Sollen doch die Sport-Zombies bei den Spritzen-Spielen von Rio schlucken, was sie wollen.