Es ist keine einfache Baustelle am Beruflichen Schulzentrum. Dort entsteht derzeit auf 240 Quadratmetern eine Halle für Nutzfahrzeuge. Baubeginn war im Februar, fertig sein soll die Halle im September. Für Schulleiter Joachim Meier ist das Großprojekt ein weiterer Baustein, um den Standort nachhaltig zu sichern.

Am Mittwoch fand ein kleines Richtfest statt, in dessen Rahmen sich der Bauausschuss des Landkreises ein Bild von dem 1,5 Millionen Euro teuren Projekt machte. Im Zuge des Baus finden auch innerhalb der Schule Umbaumaßnahmen statt, um den gesamten Kfz-Bereich zu verbinden.

99 junge Leute befinden sich derzeit in der Ausbildung zum Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik. Neben ihnen werden 330 Berufskraftfahrer und die Karosserie- und Fahrzeugbauer die Halle nutzen. "Insgesamt 500 Schüler", sagte Meier.

Der Neubau war nötig geworden, weil die Autowerkstatt zu klein für die Lastwagen ist. "Es ist auch eine Hebebühne nötig", so Meier. Damit brauche man eine relativ hohe Halle. In den Augen des Schulleiters ist der Bau unumgänglich. "An der Berufsschule in Haßfurt gibt es schon so eine Halle. Wenn wir die Betriebe und die Schüler hier halten wollen, brauchen wir sie auch. Sonst heißt es, dort ist die Ausbildung besser." Mit der Investition werde der Sprengel mittel-, wenn nicht gar langfristig gesichert, ist er überzeugt.

Auch für Landrat Klaus Peter Söllner ist der Bau der Halle notwendig: "Das ist wie bei der Lehrbrauerei: Hier mussten wir einfach tätig werden, weil es sehr viele Auszubildende gibt." Rund ein Drittel der Schüler am beruflichen Schulzentrum stamme aus dem Kfz-Bereich.

Die Investitionen seien wichtig, um den Standort zu sichern. Trotz des demografischen Wandels in der Region würden die Schülerzahlen hier nur minimal zurück gehen. Den Höchststand habe man 2008/09 mit 2044 Schülern verzeichnet, jetzt seien es 1742. "Wir hatten in den zurückliegenden drei Jahren stabile Zahlen. Wenn man zur Berechnung den demografischen Wandel zu Grunde legen würde, dürften es nur noch 1200 sein", sagte er. Schulleiter Meier zufolge gibt es "immer Wellenbewegungen". Der Rückgang sei fast normal.

Der Bauausschuss vergab in seiner Sitzung für den Hallenbau Aufträge über 280 000 Euro. Zudem werden 111 487 Euro in die Erneuerung der Elektroinstallation am Schulzentrum investiert.