Das ist kein guter Start in 2017: Gleich zum Jahresbeginn registriert der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) einen zunehmenden Rückgang des Blut-spendeaufkommens in Bayern. "Bis zu 15 Prozent weniger Blutspender als geplant kommen derzeit auf die Termine", meldet Georg Götz, der Kaufmännische Geschäftsführer des Blutspendendienstes, in einem Schreiben an unsere Redaktion.


Kein unerwartetes Phänomen

Der Mangel an Spendern ist laut Jürgen Dippold, Kreisgeschäftsführer des BRK in Kulmbach, kein unerwartetes Phänomen. Immer wieder gebe es saisonale und wetterbedingte Schwankungen in der Spendenbereitschaft, im Frühjahr, aber besonders in der Sommerzeit. Zeitmangel sei in der Weihnachts- und Faschingszeit ein weiterer Grund, der potenzielle Spender davon abhalte, sich Blut nehmen zu lassen. Eine Grippewelle, von der besonders im Frühjahr viele Menschen stark betroffen sind, sei eine weitere Ursache für unbesetzte Liegen in den Spendeeinrichtungen.


Auch für Schwerverletzte

Konstant, wenn nicht sogar ansteigend, bleibt in dieser Zeit jedoch die Zahl der Spendebedürftigen in Bayern - etwa 2000 Blutkonserven werden nach Angaben des BRK täglich benötigt, um für kranke, zum Teil schwerverletzte Menschen die notwendige medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Ein zunehmender Rückgang der Blutkonservenvorräte berge für diese Personen ein großes, teilweise lebensbedrohliches Risiko. Zwar könnten manche Blutbestandteile gut konserviert und über eine längere Zeit gelagert werden, andere jedoch, die beispielsweise in der Krebstherapie verwendet werden, hätten nur zeitnah zum Spendezeitpunkt einen medizinischen Nutzen, erklärt Jürgen Dippold. Deshalb - so betont er - sei eine möglichst konstante Spendebereitschaft notwendig, um eine flächendeckende und dauerhafte Verfügbarkeit von Blut gewährleisten zu können.


Keine Probleme im Klinikum

Im Kulmbacher Klinikum spürt man aktuell von dem Spendenrückgang nichts. Mit Blut beliefert wird das Klinikum vom Institut für Transfusionsmedizin Suhl, ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Thüringen. Dadurch sei man in Kulmbach nur indirekt von dem Spendenaufkommen in Bayern abhängig, erklärt Martin Ehrhardt, Facharzt für Transfusionsmedizin. Er schätzt die Versorgungslage im Krankenhaus als unproblematisch und zuverlässig ein: "Einschneidende Lieferschwierigkeiten hatten wir bisher zum Glück noch nie."


Zuspitzung droht

Anders im BSD-Zentrallager: Dort ist der Blutkonserven-Vorrat durch den Spendenrückgang bereits stark geschrumpft, wie der Blutspendedienst nun meldet. Bei anhaltender Situation könne sich die angespannte Lage schnell weiter zuspitzen.

Deshalb sei es nun besonders wichtig - so schrieb das Bayerische Rote Kreuz in einer in der letzten Woche veröffentlichten Mitteilung - dass die bayerische Bevölkerung zeitnah mithilft, einem leeren Konservenlager vorzubeugen. "Gerade jetzt haben sich viele Menschen vorgenommen, mit einer guten Tat in das neue Jahr zu starten. Blut spenden gehen ist eine Hilfe, die garantiert auch ankommt", heißt es.




Wichtige Fragen zum Blutspenden


1)Warum soll ich spenden?
Blut ist für viele Menschen überlebenswichtig. So gibt es in Deutschland zum Beispiel für Patienten, die an einer chronischen Blutarmut leiden, keine Alternative zu Blutkonserven. Sie brauchen etwa alle drei Wochen neues Blut, um zu überleben. Das meiste Blut - etwa 19 Prozent - kommt bei Krebstherapien zum Einsatz. Mit einer Spende kann bis zu drei Menschen geholfen werden.

2) Wo und wann kann ich spenden?
Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes bietet in Bayern etwa 5000 Blutspendetermine pro Jahr an. Alle Termine der nächsten sechs Wochen finden Sie unter www.blutspendedienst.com/termine. Außerdem können Sie unter der kostenlosen Hotline 0800/ 1194911 weitere Informationen anfordern.

3) Wann ist der nächste Termin in Kulmbach?
Der nächste Blutspendetermin ist am 20. März im Rotkreuzhaus in der Flessastraße von 13 bis 18.45 Uhr.

4) Wer kann spenden?
Spenden kann man vom 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr, wenn man gesund ist und nach dem Ausfüllen des Fragebogens sowie bei der ärztlichen Untersuchung beim Blutspendetermin keine Gründe für einen Ausschluss festgestellt werden. Zudem muss man mindestens 50 Kilogramm wiegen. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 Jahre sein. Frauen können viermal, Männer sogar sechsmal innerhalb von zwölf Monaten zum Blutspenden gehen.

5) Kann mir eine Blutspende schaden?
Im Gegenteil - eine Blutspende beinhaltet für Sie gleichzeitig eine kostenfreie ärztliche Beratung mit Mini-Check. Das gespendete Blut wird auf verschiedene Parameter untersucht. Auf Erkrankungen hinweisende Befunde werden den Spendern oder deren Hausarzt mitgeteilt. So können Krankheiten frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt werden. Das beim Spenden verlorene Blut kann der Körper innerhalb weniger Tage wieder nachproduzieren.