Mit wissenschaftlicher Nüchternheit hat die Ausstellung "Forschungsprojekte: Pflanzen-Farben", die die Kulmbacher Künstlerin Angelika Gigauri im Badhaus präsentiert, eigentlich nichts zu tun. Und doch steckt hinter den Farben, die sie verwendet, naturwissenschaftliches Know-how. Denn Gigauri fertig ihre neuesten Kunstwerke ausschließlich aus natürlichen Pflanzenfarben.

Die meisten Farben hat sie selbst hergestellt. Es geht ihr nicht nur um die Farben der Pflanzen. "Ich betrachte die Pflanzen, untersuche, wie Licht auf sie wirkt, wie sie sich im Wind bewegen und was passiert, wenn sie mit Wasser benetzt werden oder wenn sie welken", so die Künstlerin.


Der Klatschmohn

Sie kennt die Blüten, die Blätter, die Stile und andere Besonderheiten. In mühevoller Kleinarbeit macht Angelika Gigauri Fotos, fertig Skizzen. Erst ganz am Ende entstehen die Bilder. In ihrer Ausstellung konzentriert sich die Künstlerin im Wesentlichen auf drei Pflanzen: auf Klatschmohn, auf Liguster und auf Amaranth, den sie auf ihrer Dachterrasse angebaut hat. Der leuchtend rot-orange Klatschmohn ergibt eine auberginenartige Farbe mit Blau- und Violett-Nuancen. Wie sie ihre Farben herstellt, erläutert sie bei einem Workshop am 10. Oktober im Atelier in der Klostergasse 3.

Die Laudatio bei der Vernissage hielt Künstler-Kollegin Andrea Partheymüller-Gerber. Heinz-Hermann Hofmann von der Stadt Kulmbach zeigte sich Gigauris Werken beeindruckt. Beka Gigauri, Angelika Gigauris Mann, bereicherte die Ausstellung unter anderem mit virtuosen Klavierklänge. Diese ist bis zum 8. November jeweils freitags, samstags und sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.