In der Buchbindergasse wird die Baulücke geschlossen, die nach dem Abbruch des Friseursalons Günther entstanden ist. Durch eine Sandwich-Bauweise mit Betonfertigteilen ist zwar zeitweise eine Vollsperrung der Straße notwendig, aber dafür soll der Rohbau des neuen Wohn- und Geschäftshauses nächste Woche schon stehen.

Fassade stürzte ein

Rückblende: Beim Abbruch des alten Gebäudes in der Buchbindergasse 6, das 1531 erstmals urkundlich erwähnt wurde und in dem sich Friseurmeister Erich Günther seit 1977 um das Erscheinungsbild der Kulmbacher Damenwelt gekümmert hatte, kam es Ende Oktober zu Problemen. Die Hausfassade stürzte ein.Trümmer fielen auf Gehsteig und Fahrbahn. Glück licherweise wurde niemand verletzt.

Wegen der beengten Situation in der Altstadt und der schwierigen Anfahrtsmöglichkeit wählte Architekt Helmut Zink eine Sandwichbauweise für den Neubau. "Es wird ein Fertigteilhaus, weil die Anlieferung schwierig ist und wir keinen Platz haben, um Material zu lagern", so Zink.

Das Baukastensystem hat nach seinen Worten den Vorteil, dass der Rohbau in kurzer Zeit steht: "Selbst die Fassade ist komplett, sie muss nur noch gestrichen werden." Er geht davon aus, dass nächste Woche schon die Zimmerer und Dachdecker fertig werden und die Fenster eingebaut werden können: "Dann steht die Hülle, und das Thema ist erledigt." Ab dem Zeitpunkt könne man auch erkennen, wie das Straßenbild künftig aussehen wird.

Stadt: Behinderungen minimiert

Für die Stadt Kulmbach, mit der die Baumaßnahme abgestimmt worden ist, sei es wichtig gewesen, die Verkehrsbehinderungen zu minimieren, betont Uwe Angermann. Durch die Vollsperrung gestern und am nächsten Montag sei gewährleistet, dass die Baustelle zügig vorangeht. "Es würde wesentlich länger dauern, herkömmlich zu bauen, was wegen der äußerst beengten Verhältnisse sehr schwierig wäre", erklärt der Sprecher der Stadt. "Wir gehen davon aus, dass so die Behinderungen auf ein Mindestmaß reduziert werden können, und hoffen auf das Verständnis der Nachbarschaft, der Kunden und der Verkehrsteilnehmer."

Angermann zufolge ist noch einmal am 7. April eine Vollsperrung geplant und eventuell am 13. April, falls Restarbeiten anfallen. Ob die beiden Tage oder nur einer gebraucht werden, ist laut Architekt noch nicht abzusehen. "Wenn, dann aber immer nur für die Zeit der Montage arbeiten."