Für die Gegner des geplanten Baugebiets bei Dreschenau ist es an der Zeit, einiges geradezurücken und klarzustellen. Denn es machten Gerüchte in der Gemeinde die Runde, die nicht den Tatsachen entsprächen, sagen die Initiatoren des Bürgerentscheids zu dem umstrittenen Bauprojekt, Sven Partenfelder, Thomas Meins, Wolfgang List, Egon Dörfler und Kurt Hacker, in einem Pressegespräch.


"Wir sind parteilos"

Mehrere Punkte sind ihnen wichtig: "Wir sind parteilos", stellt Thomas Meins zuallererst fest. Dennoch werde versucht, sie in eine bestimmte Ecke zu stellen. Zu Unrecht, wie er betont. Die Initiatoren des Bürgerentscheids seien bereit, mit allen Parteien und Gruppierungen zu diskutieren. Aber nur die SPD und die FuG seien auf sie zugekommen. "Deshalb werden wir in diese Schublade gesteckt", ergänzt Sven Partenfelder.

Was den Baugebiets-Gegner noch sauer aufgestoßen ist, ist ein Flyer der Freien Wähler Neudrossenfeld. Darin setzt sich die Gruppierung für die Durchführung des Bürgerentscheids ein. Die Initiatoren des Bürgerentscheids betonen, dass die Initiative von Bürgern ausgegangen sei und nicht von einer politischen Gruppierung. "Über 450 Leute haben dafür unterschrieben", betont Sven Partenfelder. Weitere 270 Unterschriften aus dem benachbarten Altenplos seien zusätzlich gesammelt worden.

Was Wolfgang List an der Argumentation der Baugebiets-Befürworter stört, ist die Tatsache, dass das Baugebiet in Dreschenau als alternativlos dargestellt werde. "Das Baugebiet Jurablick wird totgeredet", ist seine Beobachtung (Das Baugebiet befindet sich linker Hand am Ortsende von Neudrossenfeld Richtung Waldau). Funkmast und Stromleitung sowie der nicht weit entfernt liegende Sportplatz seien Argumente, die immer gegen eine Ausweisung angeführt würden.

Er lässt das nicht gelten, verweist darauf, dass jeder sein Handy nutzen wolle, jeder im WLAN surfe. Und Strom aus der Steckdose sei eine Selbstverständlichkeit. Und wie Sven Partenfelder ergänzt, der seit 36 Jahren in der Nähe des Sportplatzes wohnt: "Man hört von dort fast nichts."

Die Baugebiets-Gegner untermauern ihre Position mit vielen Argumenten: den Verlust der letzten intakten Kulturlandschaft in der Gemeinde, Kosten für die Straßenerschließung, einer steigenden Verkehrsbelastung im Ortskern. Kinder aus dem Dreschenauer Baugebiet, die weiterführende Schulen besuchen, würden wahrscheinlich von ihren Eltern zur Bushaltestelle im Ortskern gefahren - was noch mehr Verkehr zur Folge habe.

"Wir sind nicht gegen Neubürger. Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an", betont Wolfgang List. Aber man bevorzuge andere Baugebiete. Neben dem Jurablick bringt er noch das Areal Am Wald ins Gespräch.

Und er erhält ein Kopfnicken von Thomas Meins: "Wenn ein Befürworter des Dreschenauer Gebiets mit uns geredet und überzeugende Argumente gehabt hätte, wenn er hätte darstellen können, dass es wirklich keine Alternativen gibt und es einen schweren Rückschlag für die Gemeinde darstellen würde, sollten die Pläne nicht umgesetzt werden, dann wäre ich für das Vorhaben. Aber ich sehe das nicht. Und es ist auch keiner gekommen."

Weiter führen die Gegner an, dass das Baugebiet Jurablick an Neudrossenfeld anschließe, während bei Dreschenau eine "Einsiedler-Region" geschaffen werde. Sie glauben auch nicht, dass günstiges Bauland für Familien zur Verfügung gestellt wird, sondern die Grundstücke in Premiumlage vom Bauträger "sicher nicht billig" veräußert werden.


Kein rechtlicher Hintergrund

Natürlich wissen sie auch um die Befürworter des Projekts, die eine Online-Petition gestartet haben. "Das hat keinen rechtlichen Hintergrund, da kann sich jeder einfach im Internet eintragen."

Dass die Neudrossenfelder ihre Stimme abgeben, das hoffen Sven Partenfelder, Thomas Meins, Wolfgang List, Egon Dörfler und Kurt Hacker auch - und zwar beim Bürgerentscheid am 22. November.