Ein wenig Geduld brauchen die Autofahrer noch, dann ist die Baustelle in Heinersreuth (Landkreis Bayreuth) Vergangenheit. Seit 7. April wird dort gebuddelt, werden Kanal- und Wasserleitungen ausgebessert. In der ersten Juliwoche sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein.

"Wir liegen voll im Plan. Derzeit läuft der letzte Bauabschnitt. Wenn es so weiter geht, sind wir Anfang Juli fertig", versichert Bürgermeisterin Simone Kirschner (CSU). Dass alles so klappt, liege auch am guten Wetter, Regenunterbrechungen habe es nicht gegeben.

Die Umleitung des Schwerlastverkehrs, der hauptsächlich über die Autobahn abgewickelt werde, habe einen positiven Nebeneffekt: eine spürbare Entlastung der Anwohner. Hinzu komme, dass mit dem Anlegen einer Querungshilfe zugleich die Sicherheit für die Fußgänger erhöht wird, so Kirschner.

Am letzten August- sowie am ersten September-Wochenende ist allerdings noch einmal mit Behinderungen zu rechnen. Dann wird der lärmreduzierende Asphalt aufgebracht, was an diesen Tagen eine Vollsperrung nötig macht.

Die Autofahrer von und nach Bayreuth haben aber dann nur für kurze Zeit freie Fahrt. Ab Mitte August wird die Bundesstraße zwischen Forstlahm (Stadt Kulmbach) und Wehelitz (Gemeinde Neudrossenfeld) saniert - eine voraussichtlich vierwöchige Vollsperrung inklusive.

Drei Kilometer langer Abschnitt

Etwa drei Kilometer lang ist der Abschnitt, der nach den Worten von Bauoberrat Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt Bayreuth in einen ordentlichen Zustand gebracht werden muss. Risse, Verdrückungen und Fahrbahnausbrüche machen der hochbelasteten Strecke zu schaffen. Knapp 16 000 Fahrzeuge sind dort jeden Tag unterwegs - im bayerischen Durchschnitt sind es auf Bundesstraßen nur 10 000. Das sorgt für Verschleiß.

Das hohe Verkehrsaufkommen ist damit begründet, dass die Bundesstraße nicht nur der Hauptzubringer von der A 70 nach Kulmbach ist, sondern dass sich auf ihr auch große Pendlerströme zwischen Bayreuth und Kulmbach bewegen. "Das ist nicht ganz ohne, was dort abläuft", weiß Beck.

Geschätzt maximal vier Wochen muss die Bundesstraße komplett gesperrt werden, um die Schäden zu beheben, so Beck. "Wir müssen jetzt in die Gebrauchstüchtigkeit investieren", betont der Fachmann. Mit Kosten von rund 800 000 Euro rechnet die Behörde. Nach dem 10. August - und damit nach der Kulmbacher Bierwoche und der Zinnfigurenbörse (8./9. August) - soll die Sperrung erfolgen.

Dass die Verkehrsteilnehmer nach den Arbeiten in Heinersreuth nun über die erneute Sperrung nicht gerade erfreut sein werden, das kann Beck nachvollziehen. "Aber wir haben die Sanierung schon lange vor uns hergeschoben, konnten wegen der Baustelle auf der A 70 zwischen Unterbrücklein und dem Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach die Arbeiten an der Bundesstraße nicht in Angriff nehmen." In diesem Jahr bestehe dazu erstmals wieder Gelegenheit. Und die müsse man nutzen. "Wir sind gehalten, zumindest diesen Abschnitt zu sanieren, damit wir ihn über den Winter bringen."

Die Baustelle ist nach den Worten von Beck extra in die Ferien gelegt worden, weil da zumindest bei den Pendlerströmen ein geringeres Aufkommen zu erwarten ist.

Die Umleitungsstrecken werden von der Behörde derzeit ausgearbeitet und rechtzeitig bekanntgegeben. "Wir kommen um eine Vollsperrung nicht umhin", bittet der Bauoberrat um Verständnis. Zumal bei einer Vollsperrung auch schneller gearbeitet werden kann als bei einer halbseitigen Sperrung. "Und bei den Fahrzeugmengen, die sich auf der Bundesstraße bewegen, kann sich jeder vorstellen, was eine Ampel für Staus produzieren würde."

Für 2016 wirft das nächste Projekt die Schatten bereits voraus: Dann wird wohl die Zufahrt zum geplanten Baugebiet Forstlahm geschaffen. "Das ist unabhängig von der aktuellen Maßnahme zu sehen, die ausschließlich eine Fahrbahnsanierung ist", so Beck.