Der Mann konnte den Wagen nie abholen, weil er das Geld gar nicht hatte. Das Autohaus blieb auf dem Fahrzeug sitzen. Der Angeklagte ("Den Termin habe ich total verpennt"), der von der Polizei vorgeführt werden musste, sagte, er sei bei der Bestellung des Fahrzeugs davon ausgegangen, dass er auch zahlen kann. Allerdings stellte sich während der Verhandlung heraus, dass der Mann nur eine Woche vor der Bestellung zur eidesstattlichen Versicherung aufgefordert worden war. Er hatte sich damals aber geweigert, eine Vermögensauskunft abzugeben.

Der 45-Jährige sprach von Schulden beim Finanzamt, von Kontakten zu einer Internetbank, von den Schwierigkeiten, als Selbstständiger einen Kredit zu bekommen, und von einem Bank-Irrtum. Er räumte aber auch ein, dass die Bestellung des Wagens nicht in Ordnung war.

Kastenwagen ist unverkäuflich

"Alles in allem ein eindeutiger Betrug", sagte Richterin Tettmann schon lange vor der Urteilsverkündung. Der Autoverkäufer aus Himmelkron berichtete, dass sich der Angeklagte spezielle Dachlüfter, Bodenlüfter und Spannungswandler in den Kastenwagen einbauen ließ. Noch heute stehe das speziell auf den Kunden zugeschnittene Auto auf dem Betriebsgelände und sei mittlerweile in den Firmenbestand übernommen worden, weil es unverkäuflich ist.

Der Angeklagte habe Barzahlung zugesagt. "Wir können den Kunden ja nicht durchleuchten", so der Autoverkäufer. In seinem Geschäft gehöre auch ein gewisses Vertrauen dazu.

Steuerschuld war offen

Allerdings sei es damals schon bei der Anmeldung zu ersten Schwierigkeiten wegen einer offenen Steuerschuld gekommen. Als klar war, dass die Finanzierung über die Hausbank nicht klappt, habe es der Mann über die Partnerbank des Autohauses versucht, doch auch diese lehnte wegen mangelnder Bonität ab. Schließlich habe der Angeklagte nach immer neuen Ausreden die Finanzierungszusage einer "Lugano-Finanz" vorgelegt. Ein Anruf ergab, dass der Mann dort nicht einmal die Bearbeitungsgebühr begleichen konnte. Davor hatte der Mann sich beim Autohaus zwei Mal einen Mietwagen genommen. Die Kosten in Höhe von über 1200 Euro blieb er ebenfalls schuldig.

Staatsanwalt Ludwig Peer beantragte die letztlich auch verhängte Freiheitstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. Der Anklagevertreter vermisste ernsthafte Absichten, den Schaden wiedergutzumachen.
Der 45-Jährige muss nun auch 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.