Weil er sich einer Verkehrskontrolle entziehen wollte, änderte ein 45-jähriger spontan seine geplante Fahrtroute. Die Polizei wollte den Renault aus dem Berliner Zulassungsbereich auf der A9 stoppen. Das Kennzeichen sei den Beamten aufgefallen, wie Polizeisprecher Jürgen Stadter mitteilt. Die TÜV-Plakette war abgelaufen.

Der Fahrer habe die Flucht ergriffen und sei an der Anschlussstelle Gefrees von der Autobahn ab- und mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Maktschorgast gefahren.


Mit Hubschauber ins Krankenhaus

Seine Flucht endete in der Marktschorgaster Grundmühlstraße gegen 13.30 Uhr an einem Baum. Vermutlich hatte der Fahrer aufgrund seines Tempos die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war schließlich gegen den Baum geprallt. Die sofort hinzugerufenen Feuerwehren aus Marktschorgast und Wirsberg konnten den verletzten Fahrer mit schwerem Gerät aus seinem Fahrzeugwrack befreien, ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus. Der Renault hat nur noch Schrottwert.

Warum der Mann geflüchtet war, stellte sich schnell heraus: Laut Polizeisprecher Stadter lag ein Haftbefehl gegen ihn vor. Außerdem war die Hauptuntersuchung seit einem Jahr fällig und es fehlte auch der Versicherungsschutz für den Renault, weswegen dieser zur Zwangsentstempelung anstand. Da der 45-Jährige genug Bargeld mit sich führte, konnte zumindest der Haftbefehl durch die Zahlung eines vierstelligen Betrages abgewendet werden, teilte die Polizei mit.
Zur genauen Unfallursache und hinsichtlich der Verkehrsverstöße des 45-Jährigen ermittelt jetzt die Stadtsteinacher Polizei. Zeugen, die den den roten Renault-Kastenwagen mit Berliner Kennzeichen zwischen der Anschlussstelle Gefrees und dem Unfallort in Marktschorgast gesehen haben, und möglicherweise sogar gefährdet worden sind, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Telefonnummer: 09225/963000 zu melden.