Die Zahl der Verkehrsunfälle in Oberfranken ist im vergangenen Jahr angestiegen, die Zahl der Verletzten war allerdings rückläufig. Das ist eine der zentralen Botschaften der Verkehrsstatistik für den Regierungsbezirk, die das Polizeipräsidium am Freitag in Bayreuth bekannt gegeben hat. Eine andere zentrale Botschaft ist seit langem bekannt: Überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol gehören zu den häufigsten Unfallursachen.
In konkreten Zahlen kommen die Beamten für 2013 auf 28 812 Verkehrsunfälle, 130 mehr als im Jahr zuvor. Nach den Worten von Polizeipräsident Reinhard Kunkel liege Oberfranken mit dem Anstieg von 0,5 Prozent aber immer noch weit unter dem bayerischen Durchschnitt mit 2,2 Prozent.

63 Menschen starben

Leicht angestiegen ist allerdings die Zahl der Verkehrstoten. 63 Menschen, vier mehr als im Jahr zuvor, mussten ihr Leben lassen. Anders ist die Entwicklung bei den Verletzten. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist laut Statistik von 4060 auf 4049 gesunken und hat damit den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht.
Als nach wie vor häufigste Unfallursache sowohl in Oberfranken als auch in Bayern bezeichnete der Polizeipräsident die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Allein durch die knapp 2300 "Geschwindigkeitsunfälle" seien 2013 auf den oberfränkischen Straßen 265 Personen schwer verletzt und 31 Menschen getötet worden.
Als eine Art Gegenmaßnahme hatte die oberfränkische Polizei im Oktober erstmals einen "Blitzmarathon" veranstaltet. "Unser Ziel ist es, mit derartigen Aktionen bei der Bevölkerung das Bewusstsein für die Gefahren überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit zu wecken", sagte Kunkel. Der über die Medien angekündigte "Blitzmarathon" soll in diesem Jahr fortgesetzt werden.

Viele alkoholbedingte Unfälle

Als weiteres Phänomen bezeichnete der Polizeipräsident die Zunahme von Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss von 408 auf 420. Während dabei 2012 exakt zwei Menschen ihr Leben verloren, waren es im zurückliegenden Jahr elf Verkehrsteilnehmer.
Dazu kommen nach den Worten Kunkels 180 alkoholbedingte Unfälle mit Personenschaden, bei denen 72 Menschen schwere Verletzungen erlitten. Als markant bezeichnete er es, dass weit mehr als die Hälfte der betrunkenen Fahrzeugführer mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut hatten und traurige Spitzenwerte von bis zu 3,75 Promille erreicht wurden.

Weniger Motorradunfälle

Laut Alexander Lang, dem Leiter des Sachgebiets Verkehr bei der oberfränkischen Polizei, war 2013 glücklicherweise auch die Zahl der Motorradunfälle rückläufig. Mit 468 Motorradunfällen, 32 weniger als im Vorjahr, sei sogar der oberfrankenweit niedrigste Wert der zurückliegenden zehn Jahre erreicht worden. Allerdings ist die Zahl der Toten von acht auf elf angestiegen, die der Verletzten ist dagegen von 455 auf 450 gesunken.
Der Höhepunkt im polizeilichen Verkehrssicherheitskalender soll auch in diesem Jahr die Motorradsternfahrt nach Kulmbach sein, die am 26. und 27. April über die Bühne geht.
Insgesamt, so die Polizei, durchkreuzen Oberfranken rund 13 500 Kilometer Straße. Es gibt knapp 805 000 Fahrzeuge, darunter 632 000 Pkws.