Entstehen wird die Arztpraxis am Langenbühl, in unmittelbarer Nähe zum "RugenDorfladen".

Am 4. Mai hat der Gemeinderat die erforderlichen Mittel im Zuge der Haushaltsverabschiedung freigegeben. "Die Gemeinde sieht sich in der Pflicht, die ärztliche Versorgung in Rugendorf zu erhalten", sagt Bürgermeister Ralf Holzmann (parteilos) dazu und macht deutlich, dass geeignete Räume für die Praxis Hofstetter/Jerzmann nirgendwo in der Kommune zu finden waren.

Seit 35 Jahren in Rugendorf

Das Problem: Die Praxis mit zwei Ärzten und sechs Mitarbeitern, die vor rund 35 Jahren in der kleinen Frankenwaldgemeinde eröffnet wurde, platzt in den bisherigen Räumen inzwischen aus allen Nähten. Der Patientenstamm ist enorm gewachsen. Und der gute Ruf der Mediziner kann der Kommune nur recht sein.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Praxis nicht durchgehend barrierefrei ist. Und: Die zentrale Lage am Dorfplatz bereitet immer wieder Probleme hinsichtlich der Parkplatznutzung.

Aus diesem Grund hat die Gemeinde selbst die Initiative ergriffen und dem Ärzteteam den Vorschlag unterbreitet, Räumlichkeiten zu schaffen. "Ob wir mit einer Förderung rechnen können, wird derzeit noch beim Amt für ländliche Entwicklung geprüft", erklärt Ralf Holzmann. Im gleichen Atemzug macht er deutlich, dass sich die Kommune damit nicht auf ein finanzielles Abenteuer einlässt. "Wir refinanzieren die Investition über die Miete und die Vertragslaufzeit", betont der Bürgermeister zu dem Prozedere, das der Gemeinderat einstimmig abgesegnet hat und bei dem es um eine Summe von etwa 400 000 Euro geht.

Was Ralf Holzmann und dem Gemeinderat in dem Zusammenhang und angesichts aktueller Debatten in Rugendorf besonders wichtig ist: "Wir stellen da kein goldenes Schloss hin. Das wird ein zweckmäßiger Bau mit akzeptablen Kosten."

Ausreichend Parkplätze

Zweckmäßig bedeutet im konkreten Fall nicht nur eine ausreichende Fläche für den Praxisbetrieb, sondern auch eine genügende Anzahl von Parkplätzen, deren Benutzung den fließenden Verkehr nicht mehr beeinträchtigt.
Außerdem ist es vorgesehen, dass die Praxis und der nahe Dorfladen heizungstechnisch kombiniert werden, um Einsparungen erreichen zu können.

Weiterer angenehmer Nebeneffekt, der sich aus der Nachbarschaft von Praxis und Laden ergibt: "Wir hoffen, dass dann noch mehr Leben in den Dorfladen kommt", sagt der Bürgermeister, der dieser Tage zusammen mit seinen Stellvertretern Fritz Rösch und Elisabeth Schmidt-Hofmann (beide parteilos) sowie Ingenieur Hans Spindler aus Stadtsteinach den Baugrund am Langenbühl erkunden ließ. Denn die Bauarbeiten auf gemeindlichem Grund, für die man heimische Firmen verpflichten möchte, sollen schnellstens beginnen.

Dr. Jürgen Hofstetter freut sich natürlich über die Initiative der Gemeinde Rugendorf und darüber, "dass das Praxisteam dann in ausreichend großen Räumen die Patienten weiterhin versorgen kann und diese Versorgung dann auch auf Jahre gesichert ist".

Der Mediziner, der ebenso einen Synergieeffekt mit dem Dorfladen unterstreicht, denkt noch weiter: Eine ausreichend große Praxis sei ganz entscheidend, wenn es einmal um die ärztliche Nachfolge in Rugendorf geht...