Damit scheint die Abwasserbeseitigung der Gemeinden Wirsberg, Ludwigschorgast, Untersteinach und Guttenberg sowie der Stadt Kupferberg in die zentrale Abwasseranlage Kulmbach in der Tat zu einer unendlichen Geschichte zu werden. In dem neuen Kapitel hatte Anselstetter sogar den Vorwurf der Trickserei erhoben und erklärt, dass der Markt Wirsberg keinerlei Verständnis für die schleppende Beweissicherung, die ausufernden Gerichtskosten und die Verweigerungshaltung von Planern und Firmen bei der Lösung der Mängelfrage zeige.
Doris Leithner-Bisani stellte im Vorfeld klar: "Es geht jetzt nicht darum, Öl ins Feuer zu gießen, sondern wir wollen bestimmte Punkte für die Öffentlichkeit aus unserer Sicht richtig stellen beziehungsweise so darstellen, wie sie in der Sitzung abgelaufen sind." Was ihr überhaupt nicht "schmeckt", ist der Vorwurf, dass die Verbandsmitglieder mit Wirsberg nicht solidarisch seien: "Das müssen wir aus verschiedenen Aspekten entschieden zurückweisen."

Verwaltungsleiter Martin Betz stellte fest, dass die Kosten für die Beförderung des Abwassers von Wirsberg bis Untersteinach der Luftkurort nicht zu hundert Prozent alleine trägt, sondern auch die anderen Mitgliedsgemeinden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel. "Dass heißt, dass bereits hier Solidarität gezeigt wird."
Eingeräumt wurde von Betz, dass technische Probleme offenkundig sind: "Mit denen muss man umgehen, aber die Vorgehensweise war eigentlich immer von einer gemeinsamen Linie geprägt." Und Doris Leithner-Bisani ergänzte: "Ich denke, in der Öffentlichkeit entsteht der Eindruck, dass keine Kooperation besteht, aber die Tatsache, dass fast alle Beschlüsse einstimmig waren, zeigt, dass wir an einem Strang gezogen haben."

Als falsch bezeichnete sie es, dass der Antrag Wirsbergs auf Neuberechnung der Einwohnergleichwerte abgelehnt wurde. Er sei nur vertagt worden. Der Grund lag laut Martin Betz hauptsächlich darin, dass das Ingenieurbüro derzeit nicht beantworten kann, ob ein weiterer Arbeitsschritt für die Aktualisierung der Einwohnergleichwerte überhaupt benötigt wird. "Das Büro ist noch in der Grundlagenermittlung. Wenn die Ergebnisse vorliegen, wollen wir eine abschließende Entscheidung im Zweckverband treffen."

Den Vorwurf der Trickserei ließ die Vorsitzende absolut nicht gelten. Zum Antrag des Marktes Wirsberg habe es drei Beschlussvarianten gegeben. "Wir wollten erst über die Vertagung abstimmen. Bürgermeister Anselstetter hat angemerkt, dass sein Antrag auf Befürwortung weitergehend sei, weshalb dieser nach der Geschäftsordnung zuerst zur Abstimmung gestellt werden müsse. Es ging eine lange Diskussion voraus, und jeder Verbandsrat wusste dann, wie er votieren würde. Von daher war es unerheblich, über welche Variante zuerst abgestimmt wurde. Der Vorwurf ist eigentlich unhaltbar", sagte Doris Leithner-Bisani.

Auch Volker Schmiechen hielt das beschlussmäßige Vorgehen für legitim: "Es sind ja viele neue Verbandsmitglieder im Gremium, die noch Informationen brauchen. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

Erklärtes Ziel ist es nach den Worten von Verwaltungsleiter Betz, das Mitte dieses Jahres die Abwasserstudie des Büros Miller vorgestellt wird. Dann gehe es für den Zweckverband darum, weitere Schritte einzuleiten: "Da kann es auch sein, dass über das Angebot zur Aktualisierung der Einwohnergleichwerte auch 1:1 zugestimmt wird."