Hintergrund ist, dass Verteidiger Johannes Driendl aus Bayreuth für seinen Mandanten, den 26-jährigen Kulmbacher, eine Bewährungsstrafe erreichen möchte. Der Verteidiger argumentiert damit, dass der Angeklagte schließlich insgesamt elf Abnehmer benannt habe und auch weiterhin bereit sei, Aufklärungsarbeit zu leisten. Für die Vorsitzende Richterin Nicole Allstadt ist das zu wenig. Sie will noch einmal einen Beamten der Kriminalpolizei aus Bayreuth hören, um festzustellen, ob die Polizei wirklich durch die Aussagen des Angeklagten auf die Abnehmer gekommen ist.

Den beiden Männern wird vorgeworfen, zwischen März und August 2015 über 80 Gramm Crystal im tschechischen Cheb gekauft und nach Deutschland eingeführt zu haben. Meist sollen sie das Rauschgift hälftig geteilt, einen Teil selbst konsumiert, den Rest gegen Geld weiterveräußert haben. Von den insgesamt elf aufgelisteten Fällen soll der 26-jährige Kulmbacher zwei Drogenfahrten alleine durchgeführt haben, bei den übrigen neun Fahrten sollen beide Angeklagte zusammen gehandelt haben.

Bereits am zweiten Verhandlungstag hatten die beiden Angeklagten nach anfänglichem Schweigen umfangreich ausgepackt, die vorgeworfenen Mengen aber deutlich nach unten korrigiert. Der Angeklagte aus dem Landkreis Lichtenfels will das Crystal zusammen mit seiner Frau konsumiert haben. Sie wurde deshalb erst vor kurzem vom Amtsgericht Lichtenfels zu einer Geldstrafe von 1850 Euro verurteilt. "Das mit dem Crystal war das Dümmste, das ich je gemacht habe", sagte die Frau jetzt als Zeugin vor Gericht.

Der Kulmbacher, der selbst nicht konsumiert, sagte aus, dass er nur wegen einer 24-Jährigen, mit der er damals liiert war und auch heute wieder zusammen ist, nach Tschechien gefahren sei, eine Gegenleistung habe er dafür nicht bekommen. Eine junge Frau bezeichnete den Angeklagten in ihrer Zeugenaussage als Fahrer der 24-Jährigen. Sollte er sich geweigert haben, nach Tschechien zu fahren, um Drogen zu kaufen, sei die Frau sogar gegen ihn gewalttätig geworden. "Er hat immer gemacht, was sie wollte. Er hat aus Liebe gehandelt", sagte die Zeugin.

Die Verhandlung wird am 9. Januar fortgesetzt.