Das Haus ist in die Jahre gekommen. Die Fassade macht nicht mehr viel her, auch innen muss renoviert werden. Zudem gibt es neue Vorgaben und Vorschriften für die Heimunterbringung alter Menschen. Deshalb wird die Arbeiterwohlfahrt das Heiner-Stenglein-Senioren- und Pflegeheim komplett sanieren und modernisieren: Veranschlagt sind drei Jahre Bauzeit für das Großprojekt und Kosten von 13,7 Millionen Euro.

Dafür, dass es in zwei Wochen losgehen kann, sorgt am Montag Regierungspräsident Wilhelm Wenning aus Bayreuth. Er überreicht die Bewilligung, dass der Awo-Kreisverband einen verbilligten Baukredit über acht Millionen Euro von der Landesbodenkreditanstalt erhält. "Das ist der Grundstein, um die Finanzierung hinzubekommen", so die Awo-Kreisvorsitzende und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD).

Das Gebäude, das 1952 als Lehrlingswohnheim gebaut worden ist, wird seit 1988 als reines Seniorenheim mit insgesamt 75 Pflegeplätzen betrieben. Bei der jetzigen Sanierung wird dort alles neu gemacht. Das Projekt, das die Awo komplett selbst finanziert, umfasst drei Bauabschnitte.

Gegen den ersten Bauabschnitt sind im Vorfeld Nachbarn in der Weidenleite Sturm gelaufen. Sie haben sich dagegen gewehrt, dass an der Stelle von zwei Siedlungshäusern, die abgebrochen werden, ein dreigeschossiger Anbau errichtet wird. Kurz vor der Stadtratsentscheidung im März hat man sich darauf geeinigt, den Anbau an der Weidenleite auf zwei Geschosse zu reduzieren.

Im ersten Bauabschnitt werden 48 Heimplätze sowie ein Speisesaal und ein geschützter Innenhof untergebracht. Dorthin zieht auch die Kurzzeitpflege von der Schützenstraße um, die ebenfalls hätte saniert werden müssen.

Der Rohbau soll laut Architekt Hans-Hermann Drenske heuer noch stehen, damit im Winter der Innenausbau folgen kann. Ab Mitte 2016 will man mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes beginnen. Im dritten Bauabschnitt wird der bisherige Kindergarten abgebrochen. Hier entstehen im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte mit Café sowie ein Veranstaltungsraum und Büros.

Neues Domizil für Kindergarten

Für den Kindergarten ist eine Lösung in Sicht. "Wir sind in den Verhandlungen mit der Stadt Kulmbach auf einem guten Weg", erklärt Aures. Man habe ein neues Quartier in der Siedlung im Blick, wo der Kindergarten dauerhaft bleiben soll.

Aures ist überzeugt, dass in dem Haus mit 116 Plätzen durch die Erweiterung, Modernisierung und energetische Sanierung die Wohnqualität erheblich verbessert wird. Man könne Betreuung und Pflege auf dem neuesten Stand gewährleisten.

Die Qualität hat aber auch ihren Preis. Aufgrund der Investitionskosten ist pro Heimplatz mit einer Erhöhung von - geschätzt - 250 bis 300 Euro zu rechnen. "Genau wissen wir es erst, wenn wir fertig sind", betont Aures. Eine exorbitante Steigerung wie jüngst im Stadtsteinacher Altenheim schließt sie aus. Man strebe vergleichbare Pflegesätze wie in Thurnau oder Neuenmarkt an, wo Neubaustandard geboten wird.

"Halten uns konsequent an Tarifverträge

"Unser Bemühen ist es, mit der Konkurrenz in Qualität und Preis vergleichbar zu sein", versichert Awo-Ehrenkreisvorsitzender Oskar Schmidt, der das Projekt in der Siedlung angestoßen hat. Dabei werde die Awo auch ihren Mitarbeitern gerecht: "Wir halten uns konsequent an Tarifverträge. Wir haben keine Leiharbeiter, das hat's noch nie gegeben."