Am 8. Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht. Das Datum markiert vor 70 Jahren offiziell das Ende des Zweiten Weltkriegs. Der bislang größten militärische Konflikt in der Geschichte der Menschheit hat 60 bis 70 Millionen Tote gefordert.

In Kulmbach ist der Krieg schon früher aus: am 13. April, als amerikanische Truppen in die fränkische Kleinstadt einmarschieren. Von Kronach kommend, nehmen die GIs der 11. US-Panzerdivision den "Hintereingang", um Kulmbach zu besetzen. Die Barrikaden an den Hauptstraßen, die der Volkssturm aufgrund der Aussichtslosigkeit des Vorhabens längst aufgegeben hat, sind völlig nutzlos: Die amerikanischen Panzer dringen von Oberpurbach über die Blaich bis zur Stadtmitte vor, wo die kampflose Übergabe Kulmbachs erfolgt.

Doch wie war es vor der Stunde null? Wie spürte man den Krieg in Kulmbach? Wie gingen die Kulmbacher mit den massiven Flüchtlingsströmen um? Welche Auswirkungen hatte die Nachkriegszeit auf die örtliche Wirtschaft und Politik? All diesen Fragen geht eine Ausstellung im Badhaus nach, die der Historiker Wolfgang Schoberth zusammen mit der Stadt Kulmbach konzipiert hat und die am 13. April um 17 Uhr eröffnet wird. Sie ist bis 3. Mai jeweils Freitag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet; Eintritt frei.

Am 16. April (17 Uhr) kommen im Badhaus Zeitzeugen zu Wort. Sie werden von ihren persön lichen Erlebnissen aus der Kriegs- oder Nachkriegszeit berichten.


Zur Person: Wolfgang Schoberth

Wohnort: Marktleugast

Beruf: Historiker, früher Geschichts- und Deutschlehrer am MGF-Gymnasium

Spezialgebiete: Nationalsozialismus und dessen Wurzeln, Zweiter Weltkrieg und Schicksal der Juden im Raum Kulmbach sowie Geschichte Kulmbachs in der Nachkriegszeit

Projekt: Erforschung des Burgguts in der Waaggasse