"Ich möchte den Kulmbachern die afrikanische Lebensweise näher bringen, die mich selbst so begeistert." Während seiner Reisen nach Uganda lernte Jürgen Machulla, der Organisator der Veranstaltung, die Lebensfreude der dortigen Bewohner schätzen. "Es ist ein bisschen wie früher bei uns. Aus einfachsten Mitteln werden Alltagsgegenstände und Spielsachen hergestellt." Er zeigt ein Paar Sandalen aus Autoreifen, die er auch selbst trägt.

Weitere Ausstellungsstücke präsentieren Helga Machulla und Miryam Klötzer an einem Infostand. Einen Ball und eine Puppe, von Kindern aus Bananenblättern gefertigt. Kleine Öllampen, die einst Konservendosen waren. Zwei Kochöfen, die schon Luxus sind, denn "normalerweise schichten die Menschen dort einfach ein paar Steine übereinander und kochen auf offenem Holzkohlefeuer", weiß Helga Machulla. Die Sachen haben sie auf ihren Reisen zusammengetragen.

Die Besucher des Afrikatages sind nicht alle gezielt zu der Veranstaltung in den Kommunbräugarten gepilgert. Etliche nutzen das schöne Wetter für einen Ausflug und freuen sich über das bunte Ambiente. So auch eine Gruppe von Radlerinnen aus der Oberpfalz, die auf der Durchreise nach Würzburg Zwischenstation macht. "Auf jedem Radl a anders Madl" steht auf ihren T-Shirts geschrieben, und sie lassen sich von dem farbenfrohen Afrika-Ambiente und der fröhlichen Musik mitreißen.

Krokodil-Steak und Cous-Cous

Am Tisch gegenüber sitzt Frau Brückner, die mir ihrem Sohn Bruck eigens wegen des Afrikatags gekommen ist. "Ich bin Halbafrikaner, aber davon spür' ich nix", lacht der junge Bruck. Es ist wohl genau die Lebensfreude, die Jürgen Machulla so ansteckend findet. Allerdings bleibt Bruck auch seinen fränkischen Wurzeln treu und hat gerade Bratwürste gegessen.

Von der extra durch den Kommunbräuwirt Frank Stübinger zusammengestellten afrikanischen Karte bestellte aber seine Mutter. Sie war ebenso vom Essen begeistert wie Barbara Geyer, deren Urteil "hervorragend" lautete. "Inzwischen gibt es im Gewürzbereich hervorragende Versender", sagt Stübinger, "mit einer Kombination aus guten Rezepten, Ausprobieren und sorgfältiger Arbeit lassen sich leckere Gerichte zaubern". Das südafrikanische Nationalgericht Bobotie darf dabei ebenso wenig fehlen wie Krokodil-Steak oder Malfuf Mahshi, Kohlröllchen mit Hackfüllung und Cous-Cous als Beilage.

Dass Jürgen Machulla eine Affinität zu Afrika hat, drückt sich nicht nur bei diesem Afrikafest aus. In Kooperation mit Salem, die schon seit Jahren verschiedene Projekte in Uganda unterstützen, und der Organisation Tukolere Wamu e.V. organisiert er Begegnungsreisen in verschiedene afrikanische Länder.

Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Land und Leute tatsächlich und hautnah kennen zu lernen. Man erhält Einblicke in die Traditionen von Dorfbewohnern, Krankenstationen oder Aufforstungsprojekte, der kulturelle Aspekt kommt dabei nicht zu kurz. Alle Gewinne aus diesen Reisen fließen dortigen Projekten zu, so will es die Satzung des Reiseveranstalters. Salem, so weiß der Veranstalter zu berichten, führt beispielsweise auch alle zwei Jahre Familienreisen durch.

Pro Reise finden sich 40 bis 45 Teilnehmer, davon etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche. Das Hauptmotto ist auch hier Begegnung: Die Kinder begleiten einen Einheimischen, gehen mit zur Schule. Dort lernen sie, dass man auch auf dem Boden sitzend mit etwa 120 Kindern in einem Raum lernen kann, und dass man oft über Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle laufen muss. Da die Tierwelt und Natur ebenso zur Kultur Afrikas gehören, steht auch die ein oder andere Safari auf dem Programm.

Am späten Nachmittag bereitet sich ein Höhepunkt des Tages auf den Auftritt vor: die Gruppe Afro Samba. Wenn sie ihren Trommeln die fetzigen Rhythmen entlocken, kann niemand mehr still sitzen.