Auf der grünen Wiese zwischen Fölschnitz und See entsteht derzeit eine große Hühnerfarm. Rund eine Million Euro investiert Michael Grampp in eine Halle mit Freigelände, die etwa 9000 Legehennen Platz bieten soll.

Der 42-jährige Landwirt Michael Grampp gibt seine Milchviehhaltung in Fölschnitz auf setzt auf ein neues, vor allem lukrativeres Standbein. Spätestens im Juni dieses Jahres soll die Eierproduktion am "Felschlicher Berg" beginnen.

Wer Grampps Betrieb kennt, kann seine Entscheidung verstehen: "Wir waren im Ortskern von Fölschnitz total eingezwängt, zudem war unser Milchviehstall aus den 1980er-Jahren nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kam noch, dass der Milchpreis total im Keller ist."


Kühe haben keine Zukunft


Mit Klaus Schiffer-Weigand vom Amt für Landwirtschaft habe man verschiedene Szenarien durchgespielt, so der Fölschnitzer. Klar sei gewesen, dass er weiterhin landwirtschaftlich tätig sein wollte. Die Planungen, einen Laufstall für 40 Kühe zu bauen, habe er spätestens nach den Betriebs- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen aufgegeben. "Eines Tages kam dann der Anruf des Betriebsberaters, ob wir uns nicht vorstellen könnten, Hühner in einem etwas größeren Stil zu halten."

Bei einer Anzahl von 6000 bis 12 000 Hennen sei ihm sofort klar gewesen, dass hierzu eine Betriebsaussiedlung nötig sein würde, "ich ich eigentlich nicht machen wollte", so Grampp weiter. Es folgte eine erste Kontaktaufnahme mit Walter Stingl von der Firma Poulano, der von der Planung bis zur Vermarktung Lösungen für eine erfolgreiche Produktion von Bio- und Freilandeiern anbietet.


Betriebe im Norden besucht


Im Dezember 2014 folgte Michael Grampp einer Einladung nach Norddeutschland, wo er sich einen Eindruck von diesem Betriebszweig verschaffen sollte. ."Am Vorabend war ich immer noch skeptisch. Ich wollte mir aber diese Hühnerhaltung einfach einmal anschauen", erinnerte er sich. Vier Betriebe habe er besucht "Ich habe mit den Inhaberfamilien geredet. Spätestens nach dem zweiten Tag war mir klar, dass ich das auch schaffen könnte. Alle vier Inhaber erklärten mir, dass sie ihre Entscheidung bislang nicht bereut haben."

Nach der Rückkehr habe er seine Familie schnell von dem Vorhaben überzeugt. Ein Problem war aber noch zu lösen, denn das zunächst vorgesehene 3,7 Hektar große Grundstück oberhalb der Kläranlage See reichte für 9000 Hühner in der Freilandhaltung nicht aus. Michael Grampp musste einen Nachbar für einen Grundstückstausch finde - mit Erfolg. "Wir haben jetzt eine Gesamtfläche von 5,2 Hektar und ich bin dem Landwirt dafür sehr dankbar.


Landratsamt sehr kooperativ


Bei der weiteren Planung hätten sich keine großen Hürden aufgetan, so der 42-Jährige. Und auch das Landratsamt habe sich bei der Baugenehmigung sehr kooperativ gezeigt. Für die Sicherstellung der Wasserversorgung wird auf dem Grundstück ein eigener Brunnen gebohrt.

Walter Stingl, der in Wilhelmsthal zu Hause ist und am MGF in Kulmbach das Abitur ablegte, ist seit 1989 selbständig und baut vorwiegend in Norddeutschland schlüsselfertig Hühnerställe. Er schuf in Absprache mit dem Amt für Landwirtschaft ein Konzept, das auf den Betrieb von Michael Grampp zugeschnitten ist.

In einem Rundumservice half Stingl bei der Finanzierung und bei der Gestaltung des Eierabnahmevertrags. Sogar bei der Auswahl des Futters und der Beschaffung der Junghennen wird er Grampp zur Seite stehen. Sein Credo ist: "Glückliche Hühner, glückliche Verbraucher und glückliche Bauern."


Abnahme gesichert


Allein von den Betrieben, die er in Norddeutschland gebaut habe, gingen im Jahr 900 000 Eier zur Firma Axvitalis in Regensburg, mit der auch Michael Grampp bereits einen Abnahmevertrag auf die Dauer von fünf Jahren geschlossen hat. Stingl: "Es streiten sich schon mehrere Händler um die Eier hier, denn in Bayern haben wir nur einen Selbstversorgungsgrad von 40 Prozent. Wir müssen also 60 Prozent der Eier aus Rumänien, Litauen und Italien importieren."