Das CHW, das 1924 von Dr. Eduard Margerie mit weiteren Männern gegründet wurde, gehört mit fast 1700 Mitgliedern zu den großen fränkischen Geschichtsvereinen und "Colloquium" bedeutet Gespräch, und so will das CHW das Gespräch zwischen allen fördern, denen die regionale Geschichte etwas bedeutet. CHW-Vorsitzender Prof. Dr. Günter Dippold konnte zur schlichten Jubiläumsfeier eine Reihe von Ehrengästen im Jugendtagungshaus willkommen heißen und unter ihnen waren mit Petra Platzgummer-Martin die Regierungsvizepräsidentin, der Präsidenten der Universität Bayreuth, Prof. Dr. Stefan Leible, Landrat Klaus Peter Söllner und Wirsbergs 2. Bürgermeister Karl Heinz Opel.

Dippold verwies darauf, dass unter den zehn Männern, die sich 1924 zusammenfanden, um sich in einem Gesprächskreis heimatlicher Geschichte zu widmen, nicht weniger als acht Geistliche waren. Fünf von ihnen waren evangelische Pfarrer und auf die evangelische Geistlichkeit jener Zeit richtete man bei dem Festabend den Fokus. Dazu hatte man sich Pfarrer Dr. Björn Mensing als Festredner eingeladen, der über die Pfarrer der bayerischen Landeskirche in den 20er Jahren sprach. Dr. Mensing kam 1962 in Lüneburg zur Welt und studierte in Kiel und München evangelische Theologie und Geschichte. Mit der Untersuchung "Das Verhältnis der evangelischen Pfarrerschaft in Bayern zum Nationalsozialismus und zur Entnazifizierung 1919 - 1949", einer wegweisenden Studie, wurde er 1991 zum Dr. phil. promoviert. Von 1996 an war Dr. Mensing Studienleiter beim Evangelischen Bildungswerk Bayreuth/Bad Berneck und seit 2005 ist er Pfarrer an der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und zusätzlich seit 2011 landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit. In seinem Festvortrag sprach Dr. Björn Mensing über "Völkische Aktivisten und Vernunftrepublikaner - Pfarre der bayerischen Landeskirchen in den 20iger Jahren."

Weit über die Region hinaus einen Namen gemacht

Landrat Klaus Peter Söllner sprach auch im Namen von Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin und bezeichnete es als was Besonderes, dass das CHW als historischer Verein weit über die Region hinaus den Namen des Marktes Wirsberg trägt. Söllner dankte dem Verein für seine hervorragende Arbeit, die dieser über all die Jahre in den verschiedenen Ortsgruppen geleistet hat. Landrat Klaus Peter hielt es für ungeheuer wichtig, dass sich Menschen mit der Geschichte befassen: "Als handelnde Kommunalpolitiker ist es wichtig, dass wir Vergangenheit erkennen, verstehen und Schlüsse daraus für die Zukunft ziehen. Ich glaube, es macht einfach Spaß, sich mit Geschichte zu befassen."

Die 90 Jahre bezeichnete 2. Bürgermeister Karl Heinz Opel als ein stolzes Jubiläum von hoher Ausstrahlungskraft für alle Geschichts- und Heimatfreunde Frankens und Thüringens: "Es ist für uns eine große Ehre, dieses Gründungsjubiläum hier in Wirsberg an der Wiege des Colloquiums erleben zu dürfen."