So gab es zwar eine Fülle von Wünschen, aber auch zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen, allen voran Stadträtin Karin Witzgall (SPD), die die Idee zu dieser gemeinsamen Veranstaltung hatte. Mit im Boot waren die Mitarbeiter der Kreisjugendarbeit und des Kreisjugendrings. "Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Ergebnisse zu dokumentieren, die von den Jugendlichen gevotet wurden. Wir hoffen natürlich, dass das eine oder andere dann auch umgesetzt wird", sagte Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler zu den Ergebnissen der Umfragen. Der Wunsch nach einem Hallenbad dürfte allerdings von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Gleich versprechen konnte Bürgermeister Roland Wolfrum eine Disco-Party für die Jugendlichen, die ein vielfach geäußerter Wunsch war. Im nächsten Jahr soll die Fete im Freibad steigen.

Mietwohnungen und Treffpunkt

Was die Jugendlichen auch vermissen, sind Mietwohnungen, wenn man sich einmal vom Elternhaus "abnabeln" und auf eigenen Füßen stehen möchte.

Gewünscht wird außerdem ein Treffpunkt, egal ob Kneippe oder normaler Jugendtreff. Hier sagte der Bürgermeister zu, dieses Anliegen im Stadtrat zum Thema zu machen.

"Das Wichtigste ist momentan, dass diese Wünsche auch ernst genommen werden und in einen Beratungsprozess gehen", sagte Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler. Was ihm besonders auffiel: "Ich hatte eine Gruppe zur Infrastruktur in der Stadt und in der Gemeinde, und die Jugendlichen waren wirklich sehr konzentriert bei der Sache. Sie waren auch motiviert, und als die Ergebnisse zum Schluss nochmals vorgestellt wurden, war es in der Halle mucksmäuschenstill. Normalerweise sind immer ein paar Verrückte oder Quertreiber dabei, aber das war am hier überhaupt nicht der Fall."

Problem: Busverbindungen

Ein Problem kam immer wieder deutlich zum Vorschein: Die Mobilität, genauer die öffentlichen Busverbindungen nach Kulmbach oder Kronach. Während zum normalen Schulbeginn die Abfahrtszeiten der Busse okay sind, wird es aber schwierig, bei einem späteren Unterrichtsbeginn nach Kulmbach zu kommen. An den Wochenenden lassen die Verbindungen ebenfalls zu wünschen übrig.

Was allgemein überraschte, war der Wunsch nach der Renovierung der Turnhalle. Dazu Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler: "Die Stadt hat ja schon 250 000 Euro für den Neubau einer Turnhalle angespart, aber wie das von den Jugendlichen wahrgenommen wird, war schon eine interessante Geschichte."
Natürlich ging es bei einer Gruppe auch lustig zu, so zum Beispiel bei der Frage: "Was würde ich machen, wenn ich König von Stadtsteinach oder Rugendorf wäre."

Autokennzeichen für Zaubach

Einer der Thronanwärter würde die Legginspflicht für Frauen aber einem bestimmten Alter einführen und auch für Zaubach ein eigenes Autokennzeichen zulassen. Die Gründung einer Damenfußballmannschaft, die Verbesserung der Straßenbeleuchtung oder die Errichtung eines Hallenbades standen dabei ebenfalls auf der Agenda. "König" Johannes Feike : "Ich würde aus dem Steinachtal deutlich mehr machen, da man es für unterschiedliche Sportarten gut nutzen kann. Eine mögliche Sportart wäre vor allem Mountainbike, und für die Läufer könnte man interessantere Strecken schaffen. Das heißt jetzt nicht, dass man das Steinachtal betonieren und Wege bauen soll, sondern nur, dass man mehr bietet."

Bürgermeister Roland Wolfrum war am Ende rundherum zufrieden: "Dass über 80 Jugendliche gekommen sind, das freut mich. Es konnte auch in den Gruppengrößen mit jeweils 20 Jugendlichen gut gearbeitet werden, und ich denke, dass das Projekt, das wir erstmals ausprobiert haben, gut angekommen ist. Es war uns natürlich bewusst, dass nicht alles passt, sondern dass Wünsche geäußert werden. Aber wenn man die Jugendlichen nicht fragt, wird man auch nie wissen, was sie wollen. Ich denke, wir müssen uns im kommenden Jahr anstrengen, um das umzusetzen, was heute gekommen ist."
Harald Hohner, der zusammen mit Gerhard Theuer Jugendbeauftragter in Rugendorf ist, hielt es für gut, wenn sich die Jugend nicht nur einbringt, sondern auch mitmischt.

Svenja Goller und Sophie Proschka waren sehr angetan. "Ich finde es gut, dann man viel verändern kann, wenn man will. Und ich fände es auch gut, wenn sich hier irgendwann mal was ändern würde", meinte Sophie. Und ihre Freundin ergänzt: "Ich finde es sinnvoll, dass einfach mal die Stimmen der Jugendlichen angehört werden."