Die Gene stammen von seinem Vater Gottfried, einem bekannten Mann der Szene. "Seitdem ich auf der Welt bin, waren Tiere um mich, ich bin mit ihnen aufgewachsen", erzählt Zimmermann bei der 64. oberfränkischen Bezirksgeflügelschau in der Neudrossenfelder Ausstellungshalle. Zuerst seien es Kingtauben und Zwerghühner gewesen. "Für mich war es das Größte, als kleiner Bub mit dem Vater auf den Ausstellungen unterwegs zu sein oder bei Kleintierverlosungen einen Preis zu gewinnen. Da durfte ich manche schöne Taube oder einen putzigen Hasen mit nach Hause nehmen".

Gans wurde 27 Jahre alt

Genau erinnert sich der 47-Jährige noch an seinen Liebling, die Gans "Gina". "Die wurde 27 Jahre alt und war fast wie eine Verwandte." Er habe sie als Küken gekauft, später sei sie die Gänsemutter für eine ganze Kükengeneration gewesen, habe sie mit aufgezogen und behütet. "Wissen Sie", verrät Zimmermann, "wenn man Tiere mag, dann hält das ein Leben lang an. Und die Kreaturen geben das zurück."

Sohn Robin, zehn Jahre alt, geht mit dem Vater durch die Reihen entlang der Volieren. Er schaut genau hin, stellt Fragen. Auch er ist schon von der Züchterlust infiziert und hilft mit. Er will später ein echter Kleintierzüchter werden.

1820 Tiere

Dass der Nachwuchs eine Chance hat, verdeutlichte die Jugendsparte, die mit über 300 Exemplaren aufwarten konnte. Wie überhaupt diese regionale Schau Superlative vorwies: 1820 Tiere, darunter Truthühner, Enten, Gänse, Perlhühner, Hühner, Zwerghühner und Tauben. Angeschlossen waren eine Werbeschau mit 180 Trommeltauben und Welsumer Zwerghühnern. Alles was die oberfränkische Geflügelzucht zu bieten hat, konnte man bestaunen. In allen Farbschlägen und Farbschattierungen, in den unterschiedlichsten Formen präsentierten sich nahezu 70 Rassen den Besuchern. Lautes Krähen, Gurren, Schnattern, erfüllte die 1000 Quadratmeter große Halle am Weinberg.

Die Ausstellungsleiter Heinrich Herrmann und Rainer Roder attestierten den Züchtern ein hohes Niveau, die 23 Preisrichter vergaben 75 Mal die Höchstnote "vorzüglich".

Bezirksvorsitzender Andreas Vogel nannte die Ausstellungsbedingungen in Neudrossenfeld ideal. "Es wären aber noch mehr Tiere gezeigt worden, wenn nicht manche die gleichzeitig in Leipzig stattfindende Europaschau vorgezogen hätten."

Während Bürgermeister Dieter Schaar von einem weiteren Höhepunkt im Neudrossenfelder Züchtermekka sprach, drückte Landrat Klaus Peter Söllner seine Hochachtung für die züchterischen Leistung aus. Und Schirmherrin MdL Gudrun Brendel-Fischer versicherte, "dass wir in Bayern solche Schauen weiterhin unterstützen, damit sie nicht an der überzogenen Kritik von Tierschützern scheitern". Ebenso lehne die bayerische Politik Tierpatente ab, sondern setze weiter auf züchterische Erfolge.

Die Note "vorzüglich" erhielten aus der näheren Region: Uwe Langhammer (Bucharische Trommeltauben gelb), Franz Zechmann (Show Racer, blau dunkelgehämmert, beide Bayreuth); Julia Bauer (Zwergenten wildfarbig), Alfred Bauer (Zwergenten silber-wildfarbig, (beide Creußen); Alisia Grampp (Kölner Tümmler weiß), Hansjürgen Grampp (Coburger Lerchen silber ohne Binden), Gottfried Zimmermann (Fränkische Trommeltauben schwarz gedeckt, alle Mainleus); Rainer Roder (Smaragdenten schwarz), Wolfgang Ruhnke (Soultzer Hauben, blau ohne Binden, beide Eckersdorf); Werner Münch (Hochbrutflugenten wildfarbig), Gerlinde Seyferth (Australorps schwarz), Hans Stübinger (Voorburger Schildkröpfer rot), Hans-Peter Herrmannsdörfer (Fränkische Trommeltauben gelb fahlgehämmert, alle Thurnau); Zuchtgemeinschaft Maisel/Keil (Zwerg-Dresdner braun), Detlef Goller (Texaner schwarz, beide Goldkronach); Jens Pfeifer aus Burghaig (Kölner Tümmler weiß).
Champion der Bezirksschau wurden Julia Bauer, Andreas Vogel, Wolfgang Ruhnke und Christian Weidner.