Seine Drogenkarriere habe früh begonnen. Als 13-Jähriger rauchte der Angeklagte den ersten Joint und mit 17 brauchte er regelmäßig mindestens drei bis fünf Gramm in der Woche. Oftmals auch viel mehr. Sein Leben sei sehr ungeordnet gewesen, sagte er heute selbst. "Ich bin nur rumgelungert", äußerte er sich in seiner Vernehmung. Den Hauptschulabschluss hatte er zweimal verhauen und seine Ausbildungen alle samt immer wieder abgebrochen. Kiffen war sein Alltag, nebenbei machte er Gelegenheitsjobs und handelte mit Drogen, um sich seinen Eigenbedarf zu finanzieren.

Vor zwei Jahren habe er selbst den Absprung geschafft. Er sei ausgestiegen, clean geblieben und eine Ausbildung begonnen. Doch dann der Schock. Bei einem kürzlich aufgeflogenen Drogengeschäft nahe Untersteinach, kam es zu einem großen Ermittlungsverfahren gegen einen Großdealer. Dieser hatte über 50 Kilogramm Haschisch in den Umlauf gebracht. Mit einem Lebensgeständnis hatte er sich selbst und viele seiner Käufer belastet. Dadurch bekam er mildere Umstände und seine Kunden eine Anklage - so eben auch der 26-Jährige aus Wirsberg.

Vor Gericht räumte er ein, in den 45 Fällen jeweils 20 Gramm gekauft zu haben. Zum Verbleib des Kilogramms wollte er sich nicht äußern. Sicherlich hätte es ihm noch Pluspunkte eingebracht, weitere Hintermänner und Käufer zu benennen, doch dazu hüllte sich der Angeklagte in Schweigen. Gerade deswegen bekam er dann auch die vom Staatsanwalt geforderten 24 Monate, obwohl er sonst geständig war und sein Leben wieder im Griff hat.

Das Schöffengericht in Kulmbach will dem jungen Mann noch eine Chance geben und setzte die Strafe letztmalig zur Bewährung aus. Zusätzlich muss er zwei Bruttogehälter als Geldauflage an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Das Urteil ist sofort rechtskräftig, da alle Beteiligten auf Rechtsmittel verzichtet hatten.

von Markus Roider