Nur knapp an einer Freiheitsstrafe vorbei schrammte ein 31-jähriger Bamberger, der sich wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs vor dem Amtsgericht Kulmbach verantworten musste. Er hatte am 30. Juni diesen Jahres gegen 22.20 Uhr auf der A 70 an der Anschlussstelle Neudrossenfeld einen Unfall mit drei beteiligten Personen und einem Sachschaden von rund 13 000 Euro verursacht - und das mit reichlich Alkohol im Blut.

Schon einmal war der Schein weg

Richterin Sieglinde Tettmann stellte fest, dass es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken war, dass bei dem Unfall niemand verletzt oder gar getötet wurde. Das Auto eines 50-Jährigen aus dem Landkreis Aschaffenburg war durch den Fahrfehler des Bambergers von der Fahrbahn abgekommen, hatte sich überschlagen und war auf dem Dach liegen geblieben. Tettmann zum Angeklagten: "Sie müssten in die Kirche gehen und eine Kerze anzünden!"

Der Bamberger schrammte nur knapp an einer Freiheitsstrafe vorbei. Ihm war schon einmal wegen einer Fahrt unter Alkoholeinfluss der Führerschein entzogen worden. Vor besagtem Unfall am 30. Juni hatte er erneut zu tief ins Glas geschaut, die Untersuchungen ergaben den stolzen Wert von 1,76 Promille. Der 31-Jährige kam mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 35 Euro davon. Sein Führerschein bleibt noch für eineinhalb Jahre eingezogen.

Laut Staatsanwaltschaft Bayreuth holte der 31-jährige Bamberger an jenem Abend seine Freundin aus Stockenroth bei Münchberg mit dem Auto ab. Dabei, so die Anklage, fuhr er bei Neudrossenfeld so stark auf das vorausfahrende Auto des 50-Jährigen auf. Der konnte sich wie durch ein Wunder selbst aus seinem Auto aussteigen - ohne jegliche Blessuren.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten zur Last, dass er aufgrund des hohen Alkoholgehaltes nicht mehr in der Lage war, sein Fahrzeug sicher zu führen und unterstellte ihm, vorsätzlich gehandelt zu haben.

"Gegen Null reduziert"

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Stefan Seufert aus Bamberg, räumte den objektiven Tatvorwurf zwar ein, machte allerdings deutlich, dass sein Mandant nicht vorsätzlich gehandelt habe. Der 31-Jährige habe nicht gemerkt, dass er fahruntüchtig war. Das Unfallgeschehen tue ihm wahnsinnig leid, inzwischen habe er sein Trinkverhalten "gegen Null reduziert".

Der 50-jährige Autofahrer aus dem Kreis Aschaffenburg schilderte noch einmal das Unfallgeschehen in jener Nacht. Er selbst habe nicht gemerkt, dass der Verursacher Ausfallerscheinungen hatte. Auch der Polizeibeamte meinte, dass dieser einen relativ gefassten Eindruck auf ihn gemacht habe. Sein Kollege habe aber Alkoholgeruch wahrgenommen. Deshalb sei auch eine Blutentnahme im Klinikum Kulmbach angeordnet worden, die von 1,76 Promille erbrachte.

Vernommen wurde auch die frühere Freundin, die aber aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse wenig zur Aufklärung des Unfallherganges beitragen konnte.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft kam in ihrem Plädoyer zum Ergebnis, dass sich der Angeklagte geständig gezeigt habe. Er habe aber dennoch die Fahrt mit einem nicht unerheblichen Alkoholgenuss billigend in Kauf genommen. Der angerichtete Sachschaden sei inzwischen zwar reguliert worden, aber das Vorverfahren habe scheinbar keinen nachhaltigen Eindruck beim Angeklagten hinterlassen, weil er erneut mit einer erheblichen Alkoholisierung unterwegs war.

Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten mit einer Bewährungszeit von drei Jahren und zudem einen Führerscheinentzug von einem Jahr und neun Monaten, eine Geldauflage von 2000 Euro sowie vier Termine bei einer Suchtberatung.

Rechtsanwalt Stefan Seufert stellte fest, dass sich sein Mandant fahrtüchtig gefühlt habe. Er hielt eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen für ausreichend. Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort: "Ich habe es gemacht, also muss ich dafür gerade stehen."